Aktualisiert 07.12.2010 10:18

Teenager verhaftet

Wasserpfeife verursachte Waldbrand

Nach den schwersten Waldbränden in der Geschichte Israels hat die Polizei einen 14-jährigen Jungen festgenommen. Er bezeichnete die Brände als Unfall.

von
pbl

Der Junge habe nach seiner Festnahme erklärt, er habe am Donnerstag vergangener Woche eine Wasserpfeife geraucht und brennende Kohlen in den Wald im Karmel-Gebirge geworfen, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld am Montag in Jerusalem. Er sei in Panik geflohen und in die Schule zurückgekehrt, ohne jemandem von dem Feuer zu erzählen.

Rosenfeld machte keine Angaben darüber, wie es zu der Festnahme kam und ob es weitere Verdächtige gibt. Zwei weitere Jugendliche stehen in Zusammenhang mit den Waldbränden, bei denen 42 Menschen ums Leben kamen, unter Hausarrest.

Polizeichefin gestorben

Die Polizeichefin von Haifa unterlag unterdesssen ihren schweren Brandwunden. Das Patrouillenfahrzeug der 52-jährigen Ahuwa Tomer war während der verheerenden Brände in einem Waldstück von den Flammen eingeschlossen worden. Sie begleitete am Donnerstag mit ihrem Wagen einen Transporter mit Vollzugspersonal, das eine Haftanstalt evakuieren sollte, als beide Fahrzeuge von den Flammen eingeschlossen wurden.

Die Feuer im Karmel-Gebirge, die erst am Sonntag unter Kontrolle gebracht werden konnten, haben für scharfe Kritik an einem als korrupt und ineffizient geltenden Regierungsapparat gesorgt. Bereits 2006 beklagte ein offizieller Bericht den schlechten Zustand israelischen Feuerwehren. Stunden nach Ausbruch der Brände gingen die Chemikalien zur Brandbekämpfung zur Neige, zudem standen keine Löschflugzeuge zur Verfügung.

Wald für drei Jahrzehnte zerstört

Das Feuer hat nach Angaben der Forstbehörde mehr als fünf Millionen Bäume auf einer rund 50 Quadratkilometer grossen Fläche vernichtet. Sie ist etwa eineinhalb Mal so gross wie der Kanton Basel-Stadt. Es wird nach Angaben der Universität Haifa mindestens drei Jahrzehnte dauern, bis der Wald wieder so aussieht wie zuvor. Für Israel, dessen Territorium nur zu etwa sieben Prozent von Wald bedeckt ist, kamen die Brände einer Katastrophe gleich.

Die 17.000 Anwohner, die evakuiert worden waren, konnten inzwischen in ihre Häuser zurückkehren. Etwa 250 Häuser wurden beschädigt oder zerstört. Laut in der israelischen Presse zitierten Regierungsangaben belaufen sich die Kosten der Katastrophe auf rund 500 Millionen Franken. (pbl/sda/dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.