Tiefenaubrücke: Wassersportzentrum soll Aaresurfer anlocken

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TiefenaubrückeWassersportzentrum soll Aaresurfer anlocken

Die Gemeinde Ittigen will das Gebiet bei der Tiefenaubrücke umgestalten. Besondere Höhepunkte des Projekts: eine Flusswelle und ein Wassersportzentrum.

von
nel
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Bisher tummeln sich insbesondere Kanufahrer und Pontoniere in den Wellen nahe der Tiefenaubrücke in Ittigen.

Bisher tummeln sich insbesondere Kanufahrer und Pontoniere in den Wellen nahe der Tiefenaubrücke in Ittigen.

Sandstein/Wikimedia
Zukünftig sollen sich dort auch Aaresurfer, Kulinariker und Spaziergänger vergnügen können.

Zukünftig sollen sich dort auch Aaresurfer, Kulinariker und Spaziergänger vergnügen können.

Keystone/Edi Engeler

Die wilden Wellen der Tiefenaubrücke sind bereits jetzt bei Kanufahrern und Pontonieren beliebt und dienen als attraktiver, actionreicher Trainingsplatz. Nun soll ein anderes Projekt hohe Wellen schlagen: Die Gemeinde Ittigen plant im Naherholungsgebiet ein neues Wassersportzentrum mit Beiz, Flusswelle für Aaresurfer und verbreiteter Uferpromenade.

Vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan

Für Badegäste ist das Gebiet derzeit nicht sonderlich attraktiv, es bietet kaum Platz zum gemütlichen Verweilen. Der Ort soll sich aber nun vom öden Parkplatz zum attraktiven Treffpunkt für die Bevölkerung wandeln. Dafür sollen eine gemütliche Beiz, eine Einwasserungsrampe mit Zuschauertribünen, eine Flusswelle für Aaresurfer sowie ein neues Gebäude auf dem Grundstück des heutigen Jugendraums sorgen, wie der «Bund» berichtet.

Das Projekt, dass das Gebiet vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan wandeln soll, nennt sich «Aareraum Worblaufen» und wurde bereits vom Gemeinderat verabschiedet. Auch das Volk soll mitbestimmen dürfen: Die öffentliche Mitwirkung beginnt am 17. August, im kommenden Jahr soll eine Volksabstimmung folgen.

Konzentration der Wassersportaktivitäten

Laut Plan sollen alle Wassersportarten durch die Umgestaltung auf die rechte Aareseite konzentriert werden. Auch ist ein besonderes Highlight in Planung: Eine Flusswelle soll zukünftige Aaresurfer anziehen. Der Ittiger Gemeindepräsident Marco Rupp unterstützt damit die Pläne des Vereins Flusswelle Bern. Ziel des Vereins ist es, in Bern zusammen mit Partnern eine stehende Flusswelle zu bauen. «Eine Flusswelle für Aaresurfer wäre bestimmt eine grosse Attraktion», so Rupp.

Dem stimmt auch Dani Schmutz vom Verein Flusswelle Bern zu. Nach seinen Schätzungen surfen in der Region Bern weit mehr als 1000 Personen auf der Aare – meist auf einem Surfbrett, das mit einer Gummischnur an einem Baum befestigt ist.

Gesamtprojekt kostet 11 Millionen Franken

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 11 Millionen Franken, rund 500'000 Franken davon sind für die Flusswelle veranschlagt. Wichtiger als die Aarewelle ist laut Rupp jedoch der Bau des Gebäudes für den Wassersport.

Benedikt Grossmann, Präsident des Berner Kanu-Clubs, freut sich über die geplante Flusswelle – er sieht sie als Chance: «Für einen grossen Teil der Kanuten würde der Standort dadurch interessanter und anspruchsvoller.» Zwar gebe es im Club auch Befürchtungen, dass die vielen möglichen Besucher die Trainingszeiten der Kanufahrer einschränkten. Er sieht aber keine Probleme für ein friedliches Miteinander von Surfern und Kanuten.

Breiterer Weg für Fussgänger und Velofahrer

Nebst Kulinarikern und Wasserratten sollen aber auch Spaziergänger und Velofahrer auf ihre Kosten kommen. Der Uferweg soll auf drei Meter verbreitert werden. Zudem soll die Infrastruktur durch einen direkten Weg zur RBS-Station Worblaufen aufgewertet werden. Nun hat die Bevölkerung die Möglichkeit, ihr Feedback abzugeben: Für das Projekt bestehe vorerst ein Konzept und noch kein fixfertiger Plan, so Rupp.

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