Anti-WEF-Demo: Wasserwerfer gegen Demonstranten
Aktualisiert

Anti-WEF-DemoWasserwerfer gegen Demonstranten

An den Anti-WEF-Protesten in Davos kam es am Nachmittag zu Krawallen. Das Hotel «Flüela» wurde gegen Ende der Demo mit Gegenständen beworfen. Die Polizei reagierte sofort.

von
kub
Wenige unerschrockene Demonstranten liessen sich vor dem Hotel Flüela in Davos abspritzen.

Wenige unerschrockene Demonstranten liessen sich vor dem Hotel Flüela in Davos abspritzen.

An der Anti-WEF-Demonstration am Samstagnachmittag in Davos ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei ging mit Wasser und Gummigeschossen gegen Teilnehmer der Kundgebung vor. Einige Demonstranten hatten am Schluss des Protestzugs Gegenstände gegen das Fünfsterne-Hotel «Flüela» geworfen.

Die Polizei reagierte auf diese Provokationen von gut einem Dutzend Demonstranten mit Wasser und Gummigeschossen, wobei auch der Davoser Landammann Hans Peter Michel getroffen wurde.

Ein Gummigeschoss habe ihn gestreift, und etwas Wasser habe er auch abbekommen, sagte Michel der Nachrichtenagentur SDA. Verletzt sei er jedoch nicht.

Übermacht Polizei

Laut der «Davoser Zeitung» standen sich während der Kundgebung ungefähr 100 Demonstranten und 200 Polizisten gegenüber. Hie und da flogen Schneebälle und Flaschen.

Er habe das Gefühl gehabt, das Gewaltpotenzial sei dieses Mal weit höher gewesen als in früheren Jahren, sagte der Davoser Landammann. Unter den Demonstranten bewegten sich einige Vermummte.

Organisiert worden war die Manifestation gegen das WEF von den Davoser Grünen und den JUSO Graubünden. Der Demonstrationszug marschierte von Davos Platz über die Talstrasse nach Davos Dorf.

Erstmals passierte die Kundgebung dieses Jahr den Eingang zum Kongresszentrum, wo die WEF-Teilnehmer zusammenkommen. Der Zugang war bei der Erweiterung des Zentrums von der Davoser Promenade an die Talstrasse verlegt worden. Die Demonstranten schwenkten Transparente und brandmarkten das Weltwirtschaftsforum einmal mehr als «Mördertreff».

Reibungsloser Einsatz der Armee

Bis vor den kurzen Ausschreitungen war es am Rande des WEF in Davos weitgehend ruhig geblieben. Verteidigungsminister Ueli Maurer sprach gegenüber der Nachrichtenagentur SDA von einem «reibungslosen Einsatz» der Armee.

Rund 4000 Soldaten waren in den letzten Tagen zusammen mit der Polizei für den Schutz der WEF-Teilnehmer verantwortlich. Maurer hatte den Truppen vor Ort am Samstagvormittag einen Besuch abgestattet. (kub/sda)

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