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Hooligan-Umfrage«Wasserwerfer in der Stadiondecke installieren»

Choreos und Fangesänge sind beliebt, bei Pyros scheiden sich die Geister, Aarauer sind die friedlichsten Fans und andere Erkenntnisse aus unserer Fussball-Fan-Umfrage.

von
mec

Von den fast 4800 Lesern, die an der Umfrage von 20 Minuten teilgenommen haben, ist jeder fünfte ein Anhänger des FC Basel. Die Fans des FCZ sind mit zwölf, diejenigen von GC mit neun Prozent vertreten, danach folgen YB und St. Gallen mit je sechs Prozent. Die grösste Gruppe mit 30 Prozent sind Fussballfreunde, die nicht Anhänger eines Raiffeisen-Super-League-Clubs sind.

Der grosse Teil, gut 85 Prozent, geht ins Stadion, um Fussball zu sehen, und scheut jegliche Gewalt. Etwas mehr als zwölf Prozent geht einer Konfrontation nicht aus dem Weg, zwei Prozent sucht sie aktiv. Die letzten zwei Gruppen fallen unter sogenannt «gewaltbereite Fans».

Nach Klubs aufgeteilt, hat der Grasshoppers Club Zürich mit 21,6 Prozent die meisten gewaltbereiten Fans, gefolgt von FCZ (20,4), St. Gallen (19,9), Sion (19,3) und dem FCB (18). Alle weiteren Klubs liegen unter dem Landesschnitt von 15 Prozent. Der Wert für Sion ist mit Vorsicht zu geniessen, da weniger als hundert Fans die Fragen beantwortet haben. Unter den 1450 Personen, die Fussball mögen, aber nicht Fans eines Raiffeisen Super League Teams sind, liegt die Gewaltbereitschaft bei 4,9 Prozent.

Choreos vor dem Anpfiff sind allgemein beliebt. Nur gerade fünf Prozent stören sich daran. Ebenso steht es um die Fangesänge: Lediglich vier Prozent finden sie überflüssig. Grosse Akzeptanz finden auch Pyros: Nur gerade 20 Prozent der FCB- und FCZ-Anhänger finden es richtig, dass Pyros verboten sind. Bei GC sind es 25, in Aarau und St. Gallen 30, bei YB 32 und in Luzern 35 Prozent. Zum Vergleich: 70 Prozent der Fussballfreunde, die nicht Fan eines Klubs sind, finden es richtig, dass Pyros verboten sind.

Wenn der Spielbetrieb durch einzelne Fans gestört wird, sollen auch nur diese bestraft werden und nicht der Klub, ist man sich einig. Nur gerade neun Prozent sind der Meinung, der Klub sei für seine Fans verantwortlich und sollte bestraft werden. Beim FC Basel, kürzlich mit einem Geisterspiel sanktioniert, sind es sogar nur vier Prozent der Anhänger, die die Bestrafung des Klubs befürworten. Generell findet jeder Fünfte, die Akteure auf dem Feld seien zu empfindlich und sollten weiterspielen, statt sich zu beschweren.

Von der Polizei wünschen sich die Fans, dass sie sich mehr im Hintergrund hält. Zum Schluss der Umfrage haben wir Empfehlungen gesammelt, wie die Probleme in und um die Stadien zu lösen seien. Oft ist dort zu lesen, dass die massive Polizeipräsenz die Aggressionen schüre. Eine Lösung für alle Probleme hat niemand. Viele Ideen sind aber bereits im Hooligan-Konkordat verankert.

Die weiteren Vorschläge sind zum Teil abenteuerlich: «in die Stadiondecke fest installierte, ferngesteuerte Wasserwerfer», «Marijuana verteilen – Peace», «Radaubrüder in den Steinbruch», «mehr Freibier», «überall Kameras», «Hooliganschlacht auf dem Rasen vor dem Spiel» oder «Fans, die sich falsch verhalten, an den Pranger stellen».

Hooligan-Umfrage

An der Umfrage haben 4792 Personen teilgenommen, Das Frauen-Männer-Verhältnis lag bei 13 Prozent zu 87 Prozent. 30 Prozent der Befragten "fänt" nicht für einen Club, liebt aber den Fussball. Die grösste Gruppe Teilnehmender sind die 16 bis 24-Jährigen mit knapp 40 Prozent.

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