Wasserwerfer und Schlangen in Simbabwe
Aktualisiert

Wasserwerfer und Schlangen in Simbabwe

In Simbabwe haben sich lange Schlangen vor den Wahllokalen gebildet. Vereinzelt warteten bis zu 500 Menschen darauf, ihre Stimme abgeben zu dürfen. Knapp sechs Millionen Menschen sind zur Wahl eines neuen Parlaments und eines neuen Präsidenten aufgerufen.

Nach Einschätzung von Menschenrechtlern und der Opposition wird die Abstimmung weder frei noch fair ablaufen. Es wird allgemein erwartet, dass der seit 28 Jahren autokratisch herrschende Präsident Robert Mugabe als Sieger aus der Wahl hervorgehen wird.

Einige Wahllokale öffneten mit Verspätung. Bis 18.00 Uhr MEZ haben die Simbabwer noch Zeit, ihre Stimme abzugeben. Am Freitag wurden in der Hauptstadt Truppen und Polizeieinheiten zusammengezogen. Sie brachten Wasserwerfer und schweres Gerät in Position, um mögliche Proteste von vorneherein einzuschüchtern. Wahlbeobachter aus den USA und der EU sind nicht zugelassen, auch mehreren internationalen Medienorganisationen wurde die Berichterstattung untersagt.

Mugabe hat das Land in den wirtschaftlichen Ruin geführt, befeuert durch eine Hyperinflation. Gegen ihn kandidieren der Vorsitzende der oppositionellen Bewegung für Demokratischen Wandel, Morgan Tsvangirai, der frühere Finanzminister Simba Makoni und Arthur Mutamabara. Alle drei Bewerber traten am Donnerstag erstmals seit Beginn des Wahlkampfs gemeinsam auf. Tsvangirai rief die Wähler auf, nach der Stimmabgabe in den Wahllokalen zu bleiben, um Betrug vorzubeugen. (dapd)

Deine Meinung