Aktualisiert 10.06.2009 13:30

FolterskandalWaterboarding bei Scotland Yard?

Mehrere Beamte von Scotland Yard sind nach «schweren Anschuldigungen» über harte Verhörmethoden bei der Festnahme von Verdächtigen vom Dienst suspendiert worden. Sie sollen mutmassliche Drogenhändler mit Waterboarding gefoltert haben.

Dies teilte die britische Polizei mit. Mehrere britische Medien hatten berichtet, sechs Beamten werde vorgeworfen, mehrere festgenommene mutmassliche Drogenhändler dem sogenannten Waterboarding unterzogen zu haben. Bei dieser Verhörpraxis haben die Betroffenen das Gefühl, kurz vor dem Ertrinken zu stehen, was von Kritikern als Folter eingestuft wird. In den USA ist das Waterboarding, das in dem Internierungslager Guantánamo eingesetzt wurde, nach dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama verboten worden.

Die «Daily Mail» berichtete, die Polizeibeamte hätten die Köpfe der Verdächtigen in Wassereimer getaucht. Die «Times» meldete, die Beamten hätten Wasser auf ein Stück Stoff gegossen und es den Verdächtigen über den Mund gelegt. Auch der Sender Sky Television sendete einen ähnlichen Bericht.

Scotland Yard teilte mit, die Anschuldigungen drehten sich um die Festnahme von fünf Personen im vergangenen November in London. Es sei noch nicht klar, was genau geschehen sei. Eine interne Untersuchung sei eingeleitet worden. (dapd)

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