Aktualisiert 30.06.2009 08:47

Pressestimmen«Wawrinka lässt das Königreich erzittern»

Stanislas Wawrinka brachte den grossen britischen Hoffnungsträger Andy Murray in einem «Late-Night-Thriller» an den Rand einer Niederlage. Wieder einmal verpasste der Romand den grossen Exploit nur knapp. Während die britische Presse aufatmet, schwankt die Stimmung in der Schweiz zwischen Ärger und Stolz.

Knapp vier Stunden lang verlangte Stanislas Wawrinka in der «längsten Nacht» dem Turnierfavoriten Andy Murray im Achtelfinal von Wimbledon alles ab. Die beiden Spieler lieferten sich unter dem erstmals geschlossenen Dach ein intensives und hochklassiges Drama auf dem heiligen Rasen. Wawrinka brachte seinen Kontrahenten an den Rand einer Niederlage, musste dann aber seinerseits den Platz nach fünf Sätzen als Verlierer verlassen.

Dank dem neuen Dach und der ebenso neuen Flutlichtanlage konnte auf dem Centre Court an der Church Road so lange gespielt werden wie noch nie zuvor in der Geschichte. Erst um 22.38 Uhr Ortszeit ging der «Late-Night-Thriller» zu Ende und das Publikum hatte den gewünschten Sieger. Wawrinka liess die britischen Tennisfans aber länger zittern, als ihnen lieb sein konnte.

«Sehr gut, aber nicht gut genug»

Dementsprechend erleichtert zeigte sich die britische Presse nach dem überstandenen Achtelfinal ihres Favoriten. «Murray überlebt Flutlicht-Epos» (Sky Sports) oder «Murray übersteht Albtraum auf dem Centre Court» (The Times) lauten die Schlagzeilen auf der Insel. In der Schweiz bedauern die Medien heute, dass Wawrinka wieder einmal den grossen Coup verpasste. «Wawrinka scheitert so nahe am Exploit», schreibt «La Liberté, «Wawrinka – Der tragische Held» der «Blick». Dabei wurde aber nicht vergessen, welche starke Leistung der junge Romand abgeliefert hatte. «Sehr gut, aber nicht gut genug», lautete das Fazit der «Aargauer Zeitung». Und mit einem bisschen Stolz bilanzierte «L'Express»: «Wawrinka lässt das Königreich erzittern».

(pre)

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