Australian Open: Wawrinka verliert Thriller gegen Djokovic

Aktualisiert

Australian OpenWawrinka verliert Thriller gegen Djokovic

Der Serbe zieht mit einem 7:6, 3:6, 6:4, 4:6, 6:0 gegen Stan Wawrinka in den Final ein. Der Romand fällt dadurch im Ranking auf Platz 9 zurück.

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Freitag, 30. Januar 2015
Freitag, 30. Januar 2015

Das Turnier endet für Stan Wawrinka im Halbfinal. Der Vorjahressieger scheitert in fünf Sätzen an Novak Djokovic - 6:7, 6:3, 4:6, 6:4, 0:6.

Keystone/Filip Singer
Der Serbe ist sichtlich erleichtert nach seinem fünften Finaleinzug in Melbourne, nachdem sich Wawrinka erneut als unbequemer Gegner herausgestellt hat.

Der Serbe ist sichtlich erleichtert nach seinem fünften Finaleinzug in Melbourne, nachdem sich Wawrinka erneut als unbequemer Gegner herausgestellt hat.

AFP/mal Fairclough
Beide Spieler durchlaufen zahlreiche Hochs und Tiefs, agieren weitgehend inkonstant. Wawrinka übernimmt zwischendurch auch dank seiner starken Rückhand das Spieldiktat, bleibt insgesamt aber zu fehlerhaft.

Beide Spieler durchlaufen zahlreiche Hochs und Tiefs, agieren weitgehend inkonstant. Wawrinka übernimmt zwischendurch auch dank seiner starken Rückhand das Spieldiktat, bleibt insgesamt aber zu fehlerhaft.

AFP/mal Fairclough

Wawrinka konnte den Exploit des Vorjahres nicht wiederholen. Damals hatte er sich auf dem Weg zu seinem bislang einzigen Grand-Slam-Titel im Viertelfinal mit 9:7 im fünften Satz gegen Djokovic durchgesetzt. Nun behielt wieder der Serbe die Oberhand, zum 17. Mal im 20. Duell mit dem 29-jährigen Schweizer.

Für Wawrinka endete eine Serie von elf Siegen in Melbourne. Das Halbfinal-Aus und die dadurch im Vergleich zum Vorjahr verpassten Punkte werden sich auf die Weltrangliste deutlich auswirken. Wawrinka wird von Platz 4 auf 9 zurückfallen. Die neue Nummer 4 im ATP-Ranking steht bereits fest: Es wird Andy Murray sein, der am Sonntag im Final Djokovic fordert.

Djokovic fand zurück ins Spiel

Zum dritten Mal in Folge lieferten sich Djokovic und Wawrinka in der Rod Laver Arena einen Fünfsatz-Krimi. Dass sich wie 2013 der Favorit durchsetzte, war nicht zwingend. Zu Beginn des letzten Umgangs hätten wohl viele Zuschauer auf Wawrinka als Sieger getippt. Doch Djokovic zeigte einmal mehr, dass er die Fähigkeit besitzt, sich aus verworrenen Situationen zu befreien.

Der Serbe war in Satz 4 in ein richtiggehendes Tief geraten. Er vergab eine 2:0-Führung und hatte beim Stand von 2:1 drei Möglichkeiten für einen weiteren Servicedurchbruch. Je länger der Umgang aber dauerte, desto deutlicher dominierte Wawrinka. Er schlug phasenweise Winner aus allen Positionen und verdiente sich mit 6:4 einen Entscheidungssatz.

Dort geriet Wawrinka rasch ins Hintertreffen, nachdem er im ersten Game noch einen Breakball ausgelassen hatte. Am Ende war der Entscheidungssatz, der 2013 und 2014 zwischen den beiden erst in der Verlängerung entschieden worden war, eine klare Angelegenheit.

Ein Match voller Schwankungen

Beide Spieler agierten längst nicht immer auf höchstem Niveau, an die Qualität der Duelle der letzten beiden Jahre in Australien kam das 20. Aufeinandertreffen nicht heran. Vor allem Djokovic hatte viele Schwankungen in seinem Spiel, konnte sich aber in den wichtigen Momenten oft wieder aufraffen. Den ersten Satz gewann er, weil er nach einem Breakrückstand aggressiver agierte, und den dritten, weil er den entscheidenden Servicedurchbruch zum 6:4 realisierte.

Wawrinka konnte immer wieder Winner aneinanderreihen. Im zweiten und vierten Satz war er der klare Chef auf dem Platz, spielte mit unglaublich viel Druck und fand mit seiner Rückhand fantastische Winkel. Nur die Vorhand war in einigen entscheidenden Momenten nicht auf der Höhe. Insgesamt war das, was der Schweizer zeigte, aber mehr als solid. Doch Djokovic ist ein Befreiungskünstler. Das hat er an diesem Freitag einmal mehr bewiesen.

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