Vor der Sandsaison: Wawrinka will noch drei Jahre weiterspielen
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Vor der SandsaisonWawrinka will noch drei Jahre weiterspielen

Der Romand hat das Vertrauen in seinen Körper und die Zuversicht wieder gefunden. Im Interview sagt er: «Ich bin nahe dran, wieder etwas Grosses zu erreichen.»

von
mro
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Stan Wawrinka will noch drei Jahre spielen. Dann ist er 37 Jahre alt.

Stan Wawrinka will noch drei Jahre spielen. Dann ist er 37 Jahre alt.

David Guzman/EPA
Dabei hofft er auch auf weitere Duelle mit Roger Federer.

Dabei hofft er auch auf weitere Duelle mit Roger Federer.

AP/Mark J. Terrill
Wawrinka war nach seiner Knieoperation kurz vor dem Rücktritt.

Wawrinka war nach seiner Knieoperation kurz vor dem Rücktritt.

AP/Rebecca Blackwell

Stan Wawrinka stand im Sommer 2017 nach seiner schweren Knieoperation kurz davor, sein Racket an den Nagel zu hängen. Doch jetzt strotzt der Vaudois wieder voller Tatendrang. «Ich habe den Eindruck, dass ich sehr nahe dran bin, wieder etwas ganz Grosses zu erreichen», sagt er im Interview nach einem Videodreh für Evian in Zürich. Am Montag beginnt in Monte Carlo die Sandsaison. Auf der Unterlage, auf der er gross wurde, feierte er vor zwei Jahren mit dem Finaleinzug in Roland Garros (Niederlage gegen Nadal) ja seinen letzten grossen Erfolg. Nun greift er wieder an. Die Ausgangslage ist keine einfache, in der ersten Runde wartet der Franzose Lucas Pouille (ATP 31)

Zwar gab Wawrinka sein Comeback schon 2018. «Doch erst seit der Vorbereitung des letzten Winters fühle ich mich körperlich wieder richtig gut», sagt er. «Ich arbeite hart, tue die richtigen Dinge, aber die Resultate folgen manchmal nicht sofort. Das war bei mir schon immer so. Es wäre für mich nur schon ein Traum, wieder einmal an einem Sonntag dazustehen mit dem Pokal. Das möchte ich nochmals erleben.» In Rotterdam fehlte ihm im Februar nur ein Sieg, unterlag er im Final seinem Freund Gaël Monfils.

Der Körper wird Stopp sagen, nicht der Kopf

Von Rang 3 auf 263 abgerutscht, hat sich der Vaudois zuletzt wieder in die Top 40 vorgearbeitet. An den Grand Slams sind 32 Spieler gesetzt – es muss für ihn ein Zwischenziel sein, es wieder in diesen Zirkel zu schaffen. Idealerweise schon fürs French Open. Ende März 34-jährig geworden, macht sich Wawrinka natürlich Gedanken übers Alter. «Weil mein Job ein Ablaufdatum hat. Was weniger mit dem Alter, als mit meinem Körper zu tun hat.»

Es werde der Körper sein und nicht sein Kopf, der dereinst Stopp sage, glaubt er. «Wenn es der Kopf wäre, hätte ich nach der Operation aufgehört. Ich startete ja praktisch wieder bei null, musste extrem viel Arbeit investieren. Und ich hatte keine Gewissheit, jemals wieder auf ein gutes Niveau zu kommen. Das zeigt mir, dass mein Kopf noch zu 100 Prozent mitspielt.» Im Wissen darum, von wie weit unten er nach seiner Verletzung gekommen sei, schätze er sein Leben auf der Tour nun noch mehr.

Und wie lange möchte er noch spielen? «Ich glaube, dass ich noch ein paar Jahre auf einem sehr guten Niveau spielen kann. Ob es drei, vier, fünf oder zwei Jahre sind, weiss ich nicht. Drei wären schon sehr schön.» Selbst wenn er morgen zurücktreten würde, hätte er viel mehr erreicht, als er sich als kleiner Junge je erträumt hatte. «Aber deswegen bin ich keine Spur ­weniger nervös vor den Spielen.»

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