ATP World Tour Finals: Wawrinkas grosser Steigerungslauf
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ATP World Tour FinalsWawrinkas grosser Steigerungslauf

Stan Wawrinka liegt nach einem 7:5, 6:2-Erfolg über David Ferrer gut im Rennen um einen Halbfinalplatz am ATP-Masters. Dem Spanier versagten die Nerven.

Spielerisch vermochte Wawrinka auch im zweiten Spiel nicht immer zu überzeugen, doch im Unterschied zum enttäuschenden 3:6, 2:6 gegen Rafael Nadal am Montag steigerte er sich zumindest von der Einstellung her deutlich. Der Romand machte nicht alles richtig, blieb jedoch auch dann hartnäckig, als er im ersten Satz gleich wieder 1:4 in Rückstand geriet. Zudem half ihm Ferrer mit einem Einbruch am Ende des Startsatzes.

Der eine halbe Stunde lang äusserst stark aufspielende Spanier hatte bei seiner siebten Masters-Teilnahme seine Nerven nicht im Griff. Als er beim Stand von 5:3 zum Satz aufschlug, unterliefen ihm zwei Doppelfehler (einer bei Satzball). Wawrinka nahm das Geschenk an, verkürzte mit einem Vorhand-Winner auf 4:5 und glich wenig später aus. Bei 5:5 gab der 33-jährige Ferrer seinen Aufschlag mit einem Doppelfehler gleich wieder ab.

Schnelle Vorentscheidung in Satz 2

Der drei Jahre jüngere Schweizer liess sich nicht zweimal bitten, gewann den ersten Satz und schaffte mit seinem dritten Break hintereinander zum 1:0 im zweiten Satz bereits eine Vorentscheidung. Er blickte in seine Betreuerloge mit Coach Magnus Norman und tippte sich mit dem Finger an die Stirn. Die Geste war klar: Was immer Wawrinka am Montag daran gehindert hatte, sein Potenzial abzurufen, war zwar nicht vergessen, doch diesmal hatte er seine Emotionen im Griff und fand einen Weg zum Sieg.

Vom 2:5 im ersten Satz bis zum 2:0 im zweiten gewann Wawrinka sieben Games in Serie und zwölf der letzten dreizehn. Er profitierte allerdings auch vom mentalen Einbruch des Spaniers, dem am Ende fast gar nichts mehr gelang. Nach 93 Minuten schlug der Schweizer bei seinem dritten Matchball eine Vorhand ein paar Zentimeter ins Out, die ihm den Sieg brachte – der Linienrichter gab den Ball gut und Ferrer hatte keine Challenge mehr übrig.

Alles oder nichts gegen Murray

Damit verschaffte sich Wawrinka eine Art Viertelfinal gegen Andy Murray um den Halbfinaleinzug. Der Schotte hatte am Nachmittag deutlich 4:6, 1:6 gegen den wieder erstarkten Rafael Nadal verloren, der als zweiter Spieler nach Roger Federer die Halbfinals erreichte und – im Gegensatz zum Schweizer, der am Donnerstag (15 Uhr) gegen Kei Nishikori spielt – bereits als Gruppensieger feststeht. Wawrinka und Murray machen am Freitag (21 Uhr) den zweiten Platz in der Gruppe Ilie Nastase aus, Ferrer hat keine Chance mehr.

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