Aktualisiert 16.05.2010 20:40

GP von MonacoWebber siegt, WM-Punkt für Sébastien Buemi

Doppelerfolg für Red Bull in Monaco: Mark Webber siegte ungefährdet vor seinem Teamkollegen Sebastian Vettel. Zu einem wichtigen WM-Punkt reichte es auch für Sébastien Buemi mit Platz 10.

Auf dem Stadtkurs in Monaco fuhr Mark Webber ungefährdet zum Sieg.

Auf dem Stadtkurs in Monaco fuhr Mark Webber ungefährdet zum Sieg.

Der Australier Mark Webber ist derzeit der gefeierte Mann im Formel-1-Zirkus. Nach seinem Triumph vor Wochenfrist beim GP von Spanien in Montmeló doppelte der 33-Jährige im Leitplanken-Dschungel von Monte Carlo nach und feierte seinen insgesamt vierten Grand-Prix-Sieg, den zweiten in der laufenden Saison. Mit Platz 2 sorgte Webbers Teamkollege Sebastian Vettel für den totalen Triumph der "Roten Bullen". Renault-Pilot Robert Kubica schaffte als Dritter ebenfalls den Sprung aufs Podest.

In der WM-Wertung übernahm das Red-Bull-Duo dank dem Doppelerfolg in Monte Carlo gemeinsam die Führung. Sowohl Webber (zwei Siege) als auch Vettel (ein Sieg) haben nach dem 6. Rennen 78 Punkte auf dem Konto. Fünf Punkte dahinter folgt Fernando Alonso, der sich neben Webber als Mann des Tages im Fürstentum an der Côte d'Azur feiern lassen durfte. Der Spanier, der nach verpasstem Qualifying als Letzter ins Rennen hatte starten müssen, kämpfte sich im Ferrari dank kluger Reifentaktik bis auf den 7. Platz vor.

Nach einem Start ohne Zwischenfälle krachte zunächst Williams-Fahrer Nico Hülkenberg in der Auftaktrunde im Tunnel in die Leitplanken. Nur wenig später - während der durch Hülkenberg verursachten Safety-Car-Phase - musste Vorjahressieger und WM-Leader Jenson Button das Rennen wegen eines Motorschadens aufgeben. Insgesamt erreichte nur die Hälfte der gestarteten Fahrer das Ziel.

Profiteur Buemi, weitere Nullnummer für Sauber

Für Sébastien Buemi erfüllten sich die Hoffnungen auf einen ersten Punktgewinn in diesem Jahr lange nach Rennschluss doch noch, für das Sauber-Team hatten sie sich schon früh erledigt.

Sébastien Buemi hatte die Ziellinie als Elfter überquert und schien die Punkteränge um 0,8 Sekunden verpasst zu haben. Doch der Romand gehörte zu den Profiteuren der umstrittenen Strafe gegen Michael Schumacher und stiess so zweieinhalb Stunden nach der Zieldurchfahrt noch einen Rang nach vorne. «Mit einer anderen Strategie hätte ich vielleicht auch Vitantonio Liuzzi hinter mir lassen können», sagte Buemi. Er war der Ansicht, sein Team Toro Rosso habe ihn zu früh zum Reifenwechsel an die Boxen geholt.

Buemi sowie Adrian Sutil (Achter) und Liuzzi (Neunter) vom weiterhin erstaunlichen Team Force India schafften, was immer noch den Ansprüchen von Sauber entspricht: die Punkteränge hinter den Ankömmlingen der vier Topteams sowie Renault-Fahrer Robert Kubica, der dank seiner fahrerischen Klasse eine Ausnahmestellung einnimmt.

Doch stattdessen musste Chef Peter Sauber im sechsten Saisonrennen die Ausfälle Nummer 9 und 10 beklagen. Bei Pedro de la Rosa streikte die Hydraulik. Aus seinem Auto stieg Rauch, das Rennen ging für den Spanier mit dem ersten Boxenstopp zu Ende. Wenige Runden später war es auch um Kamui Kobayashi geschehen. In seinem C29 versagte das (Ferrari-)Getriebe den Dienst.

Dass die Rundenzeiten deutlich besser waren als in den Trainings und im Qualifying, war da ein schwacher Trost. «Was soll man noch sagen?», fragte Peter Sauber. «Das ist für alle im Team deprimierend. Wir üben uns in Galgenhumor und hoffen, dass wir in der Türkei endlich belohnt werden.»

Der schlechteste Saisonstart in der seit 1993 währenden Formel-1- Ära des Hinwiler Rennstalls wird zur immer längeren Negativserie. Da rufen sich die bisher schlechtesten Jahrgänge ins Bewusstsein zurück. 1999 totalisierten Jean Alesi und Pedro Diniz nur fünf Punkte, 2000 Diniz und Mika Salo einen mehr. Damals wurden nur die ersten sechs Fahrer belohnt.

Grand Prix von Monaco, Schlussklassement

1. Mark Webber (Au), Red Bull-Renault

2. Sebastian Vettel (De), Red Bull-Renault

3. Robert Kubica (Pol), Renault

4. Felipe Massa (Br), Ferrari

5. Lewis Hamilton (Gb), McLaren-Mercedes

6. Fernando Alonso (Sp), Ferrari

7. Nico Rosberg (De), Mercedes

8. Adrian Sutil (De), Force India-Mercedes

9. Vitantonio Liuzzi (It), Force India-Mercedes

10. Sébastien Buemi (Sz), Toro Rosso-Ferrari

Ausgeschieden u.a.: Pedro de la Rosa (Sp), Sauber-Ferrari; Kamui Kobayashi (Jap), Sauber-Ferrari; Jenson Button (Gb), McLaren- Mercedes.

WM-Stand (6/19)

Fahrer: 1. Webber 78 (zwei Siege). 2. Vettel 78 (ein Sieg). 3. Alonso 75. 4. Button 70. 5. Massa 61. 6. Kubica 59. 7. Hamilton 59. 8. Rosberg 56. 9. Schumacher 22. 10. Sutil 20. 11. Liuzzi 10. 12. Barrichello 7. 13. Petrow 6. 14. Alguersuari 3. 15. Buemi 1. 16. Hülkenberg 1.

Teams: 1. Red Bull-Renault 156. 2. Ferrari 136. 3. McLaren-Mercedes 129. 4. Mercedes 78. 5. Renault 65. 6. Force India-Mercedes 30. 7. Williams-Cosworth 8. 8. Toro Rosso-Ferrari 4.

Nächstes Rennen: Grand Prix der Türkei in Kurtköy am 30. Mai.

LIVE-TICKER

mit Monika Brand

78. Runde: Webber feiert in Monaco einen Start-Ziel-Sieg. Der Sieg des Red-Bull-Pilots war nie gefährdet, Teamkollege Vettel konnte Webber nie in Bedrängnis bringen. Kubica auf Renault wird Dritter.

78. Runde: Schumacher ist an Alonso vorbei!

78. Runde: Nun gut, für rund 600 Meter gibt es doch noch einen Neustart, nämlich von der Safety-Car-Linie bis hin ins Ziel.

78. Runde: Nein, es gibt keinen Restart mehr. Auch die letzte Runde geht hinter dem Safety Car über die Bühne.

77. Runde: Es stehen noch zwei Runden an. Das Safety Car ist immer noch draussen. Gibt es nochmal einen Neustart?

76. Runde: Petrov fährt an die Box und parkiert seinen Wagen. Auch er ist draussen.

74. Runde: Das Safety Car kommt bereits zum vierten Mal auf die Strecke. Und Webbers Vorsprung schmilzt natürlich wieder. Gibt es jetzt noch spannende Schlussrunden?

74. Runde: Crash zwischen Trulli und Chandhok vier Runden vor Schluss. Dabei waren die beiden schon zweifach überrundet...

70. Runde: Es bleiben noch acht Runden zu fahren. Die Positionen scheinen bezogen. Viel geht hier wohl nicht mehr.

63. Runde: 15 Runden vor Schluss liegt Webber gut sechs Sekunden vor Teamkollege Vettel. Dieser muss seinen Platz hingegen verteidigen, klebt ihm doch Kubica schon fast am Heck.

60. Runde: Webber reiht eine schnellste Runde an die andere. Die Bestmarke steht jetzt schon bei 1:15.832.

54. Runde: Leader Webber mit neuer schnellster Runde: 1:15.999.

48. Runde: Webber hat schon wieder zwei Sekunden Vorsprung. Wenn mit seinem Wagen nichts schief läuft, müsste er eigentlich das Ganze ins Trockene bringen können.

46. Runde: Alles wieder in Ordnung, das Rennen wird zum dritten Mal neu gestartet.

44. Runde: Jetzt ist der Grund bekannt: Auf der Strecke hat sich ein Kanaldeckel gelöst, dort wo Barrichello abgeflogen war.

44. Runde: Das Safety Car muss schon wieder auf die Strecke, Webbers Vorsprung ist also erneut dahin. Warum das Rennen neutralisiert wurde, ist momentan noch nicht klar.

39. Runde: Doch nicht nur Webber ist zügig unterwegs. Vettel und Kubica auf den Plätzen 2 und 3 realisieren kurz nacheinander jeweils die schnellste Rennrunde.

37. Runde: Webbers Vorsprung von 15 Sekunden ist wegen der Safety-Car-Phase natürlich dahin. Aber der Redbull hat sich schon wieder gut zwei Sekunden abgesetzt.

33. Runde: Das Wrack ist weg, das Rennen neu gestartet.

32. Runde: Barrichello dreht sich auf der Strecke. Das Safety Car muss wieder raus.

30. Runde: Webber hat jetzt schon einen Vorsprung von über zehn Sekunden herausgeholt.

28. Runde: Virgin-Pilot die Grassi muss ausrollen lassen, genauso wie Sauber-Fahrer Kobayashi. Für die Hinwiller gibt es also einmal mehr einen Nuller.

27. Runde: Rosberg ist immer noch auf der Strecke. Offenbar will er hinter Webber noch ein paar schnelle Runden drehen. Seine Reifen scheinen noch in Ordnung zu sein.

26. Runde: Rosberg bleibt weiter draussen. Doch der Mercedes muss noch an die Box. Den zweiten Platz wird er nicht halten können. Auch Sauber-Pilot Kobayashi muss noch rein.

24. Runde: De la Rosa muss sich verabschieden. Sein Bolide kehrt nicht auf die Strecke zurück, sondern bleibt an der Box.

23. Runde: Probleme beim Boxenstopp von Sauber-Pilot de la Rosa. Offenbar hat er seinen Motor abgewürgt.

20. Runde: Jetzt kommen auch Massa und Schumacher rein. Die erste Boxenstopp-Serie hat also begonnen.

18. Runde: Hamilton fährt an die Box und holt sich die harten Reifen.

14. Runde: Webber zieht vorne davon. Er hat schon 5 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen auf Platz 2.

11. Runde: Und nun hat es doch geklappt. Alonso hat di Grassi kurz vor der Hafenschickane geschnappt.

10. Runde: Die beiden liefern sich ein heisses Duell. Alonso ist aber noch nicht vorbei, trotz klar besserem Auto.

8. Runde: Alonso klebt am Heck von di Grassi. Doch der Ferrari-Pilot, der aus der Boxengasse starten musste, kommt nicht am Virgin vorbei.

7. Runde: Das Safety Car ist weg, das Rennen neu gestartet.

3. Runde: Auch Button steht still. Motorschaden beim Vorjahressieger.

1. Runde: Hülkenberg crasht in die Mauer. Sein Wagen ist Schrott, das Safety Car muss raus.

- Los gehts! Das Rennen ist gestartet. Kubica auf Platz 2 kommt nicht gut weg, Vettel kann überholen. Damit sind schon jetzt die beiden Red Bull vorne.

- Die Fahrer sind zurück auf den Startpositionen.

- Die Boliden begeben sich auf die Aufwärmrunde. Gleich geht es los.

20 Minuten Online berichtet ab 14.00 Uhr live vom Rennen im Fürstentum.

Hülkenbergs Crash in der 1. Runde

(Video: SF)

Vor dem Rennen

Mark Webber entschied zum zweiten Mal innert Wochenfrist ein Qualifying für sich und hat damit gute Chancen, nach dem GP von Spanien auch den prestigeträchtigsten im Fürstentum zu gewinnen. Für Webbers Team Red Bull-Renault bedeutete seine Tagesbestzeit die sechste Pole-Position im sechsten Saisonrennen.

Eine sensationelle Leistung bot Robert Kubica. Der Pole galt nach starken Trainingsleistungen als Geheimtipp und bestätigte sich eindrücklich in dieser Rolle. Kubica, vor zwei Jahren im BMW-Sauber hinter Lewis Hamilton Zweiter, fuhr im Renault den 2. Startplatz heraus. Die zweite Reihe bilden Sebastian Vettel im zweiten Red Bull-Renault und Felipe Massa im Ferrari.

Fernando Alonso startet aus der Box

Alonso fuhr wenige Minuten vor Schluss des letzten freien Trainings in die Leitplanken. Sein Bolide wurde dabei so stark beschädigt, dass er für das Qualifying nicht mehr rechtzeitig repariert werden konnte.

Somit muss Alonso in den Häuserschluchten am Mittelmeer aus der Box starten. Da es in Monaco praktisch unmöglich ist zu überholen, dürfte der Dritte der WM-Wertung nur mit grosser Mühe und viel Glück in die Punkteränge fahren.

Sauber wie erwartet zurück

Die Hoffnungen von Sébastien Buemi auf eine erste Teilnahme am dritten Qualifying-Teil der besten zehn erfüllten sich nicht. Der Waadtländer reihte sich an seinem offiziellen Wohnort an 13. Stelle ein. Die Differenz zu Rang 10 betrug 0,352 Sekunden. Buemis Toro-Rosso-Teamkollege Jaime Alguersuari hatte im sechsten internen Qualifikationsduell des Jahres zum fünften Mal das Nachsehen. Der Spanier besetzt am Sonntag Startplatz 17.

Das Sauber-Duo schnitt im Rahmen der sehr bescheidenen Erwartungen ab. Die Ränge 15 für Pedro de la Rosa und 16 für Kamui Kobayashi stellen den Fahrern kein gutes Zeugnis aus, gilt der Stadtkurs im Fürstentum doch als Strecke, auf der die Qualitäten der Männer hinter dem Lenkrad speziell zur Geltung kommen.

GP von Monaco, Qualifying

1 Mark Webber (Au), Red Bull-Renault

2 Robert Kubica (Pol), Renault

3 Sebastian Vettel (De), Red Bull-Renault

4 Felipe Massa (Br), Ferrari

5 Lewis Hamilton (Gb), McLaren-Mercedes

6 Nico Rosberg (De), Mercedes

7 Michael Schumacher (De), Mercedes

8 Jenson Button (Gb), McLaren-Mercedes

9 Rubens Barrichello (Br), Williams-Cosworth

10 Vitantonio Liuzzi (It), Force India-Mercedes

Ferner:

13 Sébastien Buemi (Sz), Toro Rosso-Ferrari

15 Pedro de la Rosa (Sp), Sauber-Ferrari

16 Kamui Kobayashi (Jap), Sauber-Ferrari

Die Strecke in Monaco

(Quelle: Allianz)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.