«Ich sass da wie versteinert» - Webdesigner kauft Argentiniens Google-Domain für 2.50 Franken
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«Ich sass da wie versteinert»Webdesigner kauft Argentiniens Google-Domain für 2.50 Franken

Der Argentinier Nicolás Kuroña bemerkte, dass die Domain Google.com.ar zum Kauf stand. Ohne viel zu überlegen schlug er zu. Erst dann realisierte der 30-Jährige, dass ihn das in grosse Schwierigkeiten bringen könnte.

von
Karin Leuthold
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Der 30-jährige Nicolás Kuroña kaufte am 21. April 2021 die Domain Google.com.ar.

Der 30-jährige Nicolás Kuroña kaufte am 21. April 2021 die Domain Google.com.ar.

Instagram/nickurona
Als die Operation abgeschlossen war, sass er «wie versteinert vor dem Bildschirm». Der Kauf könnte ihn in Schwierigkeiten bringen.

Als die Operation abgeschlossen war, sass er «wie versteinert vor dem Bildschirm». Der Kauf könnte ihn in Schwierigkeiten bringen.

Instagram/nickurona
Dabei war alles legal gewesen. Den Kaufbeleg publizierte Kuroña auf seinem Twitter-Account.

Dabei war alles legal gewesen. Den Kaufbeleg publizierte Kuroña auf seinem Twitter-Account.

Twitter/Nicolas David Kuroña

Darum gehts

  • Am Mittwochabend vor einer Woche kaufte der Argentinier Nicolás Kuroña die Domain Google.com.ar. Ganz legal.

  • Wenig später wurde sie jedoch wieder an Google übertragen.

  • Kuroña hatte 2.50 Franken für die Domain bezahlt. Das Geld erhielt er nicht zurück.

Als der Argentinier Nicolás Kuroña vor einer Woche bemerkte, dass die Website Google.com.ar down war, dachte er sich sofort: «Hier ist etwas faulAus reiner Neugier ging er der Sache nach. Schliesslich ist dies irgendwie auch Teil seines Jobs als Webdesigner. Tatsächlich: Eine rasche Anfrage beim lokalen Domain-Verwalter NIC Argentina verwirrte Kuroña noch mehr, denn die Domain Google.com.ar stand zum Kauf - für 270 Pesos, umgerechnet 2.50 Franken.

Kuroña kaufte die Domain - und so wurde er für eine kurze Zeit Besitzer einer der meistgeklickten Webadressen der Welt. «Ich hätte nie gedacht, dass das System den Kauf zulässt. Aber so wars. Ich habe den Kaufbeleg, der bestätigt, dass alles legal war», erzählt er dem Sender BBC.

«Ich sass wie versteinert vor dem Bildschirm»

Sekunden später rief er die URL ab und bemerkte, dass er als Eigentümer der Webadresse galt. «Ich sass wie versteinert vor dem Bildschirm. Ich konnte nicht glauben, was gerade passiert war.» Dabei stellte er gleich auf Twitter klar: «Ich hatte keine schlechte Absicht. Ich wollte nur wissen, ob der Kauf wirklich möglich sei, und NIC liess ihn zu.»

Nachdem die Operation abgeschlossen war, machte sich der Argentinier auf etwas gefasst. «Ich wusste, dass dies nicht einfach ohne Reaktion bleiben würde. Ich war wirklich besorgt Recht hatte er: Wenig später nahm NIC ihm die Domain wieder weg und übertrug sie an Google. Die 270 Pesos erhielt er nicht zurück. Böse ist Kuroña nicht darüber, eher «erleichtert, dass ich deswegen keinen Ärger bekam».

Bis jetzt ist nicht klar, was sich genau an dem Mittwochabend abgespielt hat. Die Domain Google.com.ar würde laut Google erst im Juli dieses Jahres ablaufen. Der 30-Jährige wird inzwischen in der Tech-Community als Held gefeiert. Er selber ist etwas baff über den Medienrummel. Doch auf seinen Social-Media-Kanälen prahlt er seither mit der Bezeichnung «Ehemaliger Besitzer von Google.com.ar».

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