Super League: Wechselbad der Gefühle im Tourbillon

Aktualisiert

Super LeagueWechselbad der Gefühle im Tourbillon

Ein Unterbruch wegen des verletzten Schiedsrichters, späte Tore und viel Hektik: Sion gegen GC ist in der finalen Phase alles andere denn ein Kehrausspiel.

von
fal
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Später Jubel: Lucas Andersens Treffer verändert einiges in Sitten. (2. Juni 2017)

Später Jubel: Lucas Andersens Treffer verändert einiges in Sitten. (2. Juni 2017)

Keystone/Jean-Christophe Bott
Zuvor hat alles so gut ausgesehen für den FC Sion: Quentin Maceiras erzielt in der 103. Minute das 1:0.

Zuvor hat alles so gut ausgesehen für den FC Sion: Quentin Maceiras erzielt in der 103. Minute das 1:0.

Keystone/Jean-Christophe Bott
Der Schlusspfiff: Das 1:1 bedeutet für die Walliser einen Rückschlag in Sachen Europacup.

Der Schlusspfiff: Das 1:1 bedeutet für die Walliser einen Rückschlag in Sachen Europacup.

Keystone/Jean-Christophe Bott

Sechs Minuten vor Schluss ist der FC Sion plötzlich auf Rang 3, weil Lugano gegen Luzern mit 0:1 verloren hat. Doch drei Minuten später machte Lucas Andersen mit dem 1:1 für die Grasshoppers die Hoffnungen der Walliser zunichte.

Lange Zeit deutete im Tourbillon nichts auf diese dramatische Schlussphase hin. Sion erspielte sich zwar einige wenige Möglichkeiten zur Führung, doch die Gäste standen diesem Ansinnen in nichts nach. Die Grasshoppers besassen gar die besseren Torchancen, aber auch sie waren zu wenig konzentriert am Werk.

Die Krämpfe des Spielleiters

Richtig Leben in die zerfahrene Partie kam erst durch einen aussergewöhnlichen Zwischenfall, der für einen 15-minütigen Spielunterbruch sorgte. Schiedsrichter Sébastien Pache verspürte in seinem letzten Super-League-Einsatz (!) nach rund einer Stunde heftige Krampfanfälle, musste lange gepflegt und schliesslich doch durch den vierten Offiziellen, Nikolai Jancevski, ersetzt werden.

Danach wurde es hektisch. Erst gerieten sich beinahe die beiden kompletten Teams wegen einem Foul in die Haare. Dann brachte Maceiras die Walliser in der 13. Minute der Nachspielzeit mit einem unhaltbar abgefälschten Weitschuss in Führung. Der Sieg schien in Griffweite und die rund drei Millionen Franken Startgeld für die Gruppenphase der Europa League ebenfalls.

Die Position von Tabakovic

Doch in der 16. Minute der Nachspielzeit bezwang Andersen Sion-Goalie Anton Mitrjuschikin mit einem verdeckten Hinterhaltschuss in die weite Ecke. Dem Sittener Schlussmann war bei diesem Gegentreffer die Sicht durch den im Abseits stehenden Grasshoppers-Stürmer Haris Tabakovic verdeckt, doch der eingesprungene Unparteiische sah in dieser Szene keine irreguläre Aktion.

Die Young Boys gingen beim 2:0-Erfolg gegen Lausanne bereits nach 15 Sekunden durch Yoric Ravet in Führung. 35 Minuten später traf der französische Mittelfeldspieler erneut.

Absteiger Vaduz verlor sein vorerst letztes Super-League-Heimspiel gegen Thun 1:3. Seit dem Wiederaufstieg 2010 haben die Berner Oberländer jede Saison unter den ersten sechs abgeschlossen.

Sion - Grasshoppers 1:1 (0:0) 8000 Zuschauer. - SR Pache/Jancevski. - Tore: 103. Maceiras 1:0. 106. Andersen 1:1. Sion: Mitrjuschkin; Maceiras, Ricardo, Ziegler, Lüchinger; Ndoye (63. Léo Itaperuna), Constant, Adão (97. Karlen); Akolo (85. Follonier), Carlitos; Konaté. Grasshoppers:Vasic; Bergström, Vilotic, Zesiger, Antonov; Fazliu, Pickel; Lavanchy, Brahimi (53. Bajrami), Andersen; Munsy (66. Tabakovic). Bemerkungen: Sion ohne Da Costa, Mveng (beide verletzt) und Bia (nicht im Aufgebot). Grasshoppers ohne Caio (gesperrt), Basic, Sigurjonsson (beide verletzt) und Dabbur (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 35 Fazliu (Foul), 56. Bergström (Unsportlichkeit). 67. Spielunterbruch für 15 Minuten wegen Pflege von Schiedsrichter Pache, der danach durch Jancevski ersetzt wird. 87. Pfostenschuss Lavanchy. Verwarnungen: 86. Follonier (Foul), 92. Lüchinger, Konaté und Pickel (alle wegen Unsportlichkeit), 101. Vasic (Unsportlichkeit).

Lugano - Luzern 0:1 (0:0) 6250 Zuschauer (Saisonrekord). - SR Bieri. - Tor: 51. Juric (Christian Schneuwly) 0:1. Lugano: Salvi; Cümart, Sulmoni, Golemic, Mihajlovic; Vecsei, Sabbatini, Mariani (82. Pepin); Alioski, Sadiku, Carlinhos (80. Mizrachi). Luzern:Omlin; Affolter, Costa, Lustenberger; Kryeziu; Grether, Neumayr (76. Haas), Rodriguez (90. Vugrinic), Christian Schneuwly; Juric, Itten (76. Oliveira). Bemerkungen: Lugano ohne Crnigoj, Jozinovic, Piccinocchi, Rey und Rosseti, Luzern ohne Knezevic, Lucas, Puljic und Schürpf (alle verletzt). 59. Salvi lenkt Freistoss von Neumayr an den Pfosten. 65. Pfostenschuss von Mariani. Verwarnungen: 39. Kryeziu (Foul). 66. Sabbatini (Unsportlichkeit). 81. Golemic (Reklamieren).

Super League. 36. Runde. Die Schlussresultate: Young Boys - Lausanne-Sport 2:0 (2:0). Basel - St. Gallen 4:1 (1:1). Lugano - Luzern 0:1 (0:0). Sion - Grasshoppers 1:1 (0:0). Vaduz - Thun 1:3 (1:2).

Schlussrangliste: 1. Basel 36/86 (92:35). 2. Young Boys 36/69 (72:44). 3. Lugano 36/53 (52:61). 4. Sion 36/51 (60:55). 5. Luzern 36/50 (62:66). 6. Thun 36/45 (58:63). 7. St. Gallen 36/41 (43:57). 8. Grasshoppers 36/38 (47:61). 9. Lausanne-Sport 36/35 (51:62). 10. Vaduz 36/30 (45:78).

Die Entscheidungen in der Super-League-Saison 2016/17: Meister (und Teilnehmer Champions-League-Gruppenphase): Basel Teilnehmer Champions-League-Qualifikation (3. Runde): Young Boys Teilnehmer Europa League: Lugano (Gruppenphase), Sion (3. Qualifikationsrunde), Luzern (2. Qualifikationsrunde) Absteiger: Vaduz Aufsteiger (in die Super League): FC Zürich Cupsieger: Basel (fal/sda)

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