Aktualisiert 04.01.2013 15:57

Hormonelle Ursache

Wechseljahre schaden dem Gedächtnis

Bei Frauen im ersten Jahr nach der Menopause treten besonders häufig und intensiv Gedächtnisstörungen auf. Diese sind die direkte Folge hormoneller Veränderung und nicht unumkehrbar.

Wissenschaftler der Rochester Universität in New York haben in einer Studie den Zusammenhang der hormonellen Veränderungen während des Klimakteriums mit der partiellen Leistungsfähigkeit des Gehirns unter die Lupe genommen. Dabei stellten sie eine Abnahme der Hirnleistung fest. Die Entwicklung kognitiver Probleme zeichnet sich bereits auf dem Weg der 40- bis 50-Jährigen in die Wechseljahre ab.

Offenbar sind die Erscheinungen jedoch mehrheitlich vorübergehend und nicht dauerhaft besorgniserregend oder gar unumkehrbar, heisst es in einer Pressemitteilung der Universität.

Für die Studie wurden 117 Frauen während ihrer Wechseljahre befragt, regelmässig in alltäglichen Situationen auf ihre kognitiven Fähigkeiten hin getestet und parallel dazu medizinisch untersucht.

Check up vom 12.03.2012

Einfluss von Östrogen

Dabei stellte sich heraus, dass die zwischenzeitliche Gedächtnis-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwäche unmittelbar mit den Veränderungen des Hormonhaushaltes in Verbindung steht. Sie sei nicht die Konsequenz körperlicher Begleiterscheinungen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen oder Angstgefühlen, heisst es.

Der unmittelbare Einfluss des Hormons Östrogen auf ganz bestimmte Hirnregionen und deren kognitive Funktionen liessen diesen Schluss zu.

«Durch die prozessuale und detaillierte Betrachtung in den verschiedenen Phasen der Wechseljahre verstehen wir Zusammenhänge nun wesentlich besser», sagt Neuropsychologin Miriam Weber: «Das eröffnet uns neue Möglichkeiten zur gezielten Therapie und Hilfestellung - sei es auf medizinischem Wege oder durch Veränderungen des Lebensstils während der unterschiedlichen Phasen der Menopause.» (sda)

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