«Wir erwarten mehr Begeisterung» - WEF-Chef Klaus Schwab droht Davos wegen überrissener Preise
Publiziert

«Wir erwarten mehr Begeisterung»WEF-Chef droht Davos wegen überrissener Preise

Das Elite-Treffen in Davos steht auf der Kippe. Die Geschäftemacherei rund ums WEF stösst den Verantwortlichen sauer auf. Davos will sich bessern.

von
Fabian Pöschl
1 / 3
WEF-Chef Klaus Schwab fordert von Davosern mehr Begeisterung fürs WEF.

WEF-Chef Klaus Schwab fordert von Davosern mehr Begeisterung fürs WEF.

AFP
Wenn das WEF stattfindet, werden Wohnungen jeweils völlig überteuert angeboten.

Wenn das WEF stattfindet, werden Wohnungen jeweils völlig überteuert angeboten.

REUTERS
Das Elite-Treffen, an dem sich Politiker und Firmenchefs austauschen, könnte nach Singapur verlegt werden.

Das Elite-Treffen, an dem sich Politiker und Firmenchefs austauschen, könnte nach Singapur verlegt werden.

REUTERS

Darum gehts

  • WEF-Gründer Klaus Schwab ärgert sich über die Davoser Vermieter.

  • Er will überrissene Preise für Wohnungen und Ladenmiete nicht mehr akzeptieren.

  • Davos könnte das WEF verlieren.

Der Wintersportort Davos ist ein teures Pflaster. Besonders während des World Economic Forum (WEF) schiessen die Preise in die Höhe. Eine Woche in einer Drei-Zimmer-Wohnung kann dann schon mal 30’000 Franken kosten. Airbnb-Anbieter verdienen sich so eine goldene Nase.

WEF-Gründer Klaus Schwab schiesst deshalb scharf gegen die Davoser. Er wolle die Geschäftemacherei mit dem Forum wie Ladenvermietungen zu horrenden Preisen nicht mehr sehen, sagte Schwab gegenüber der «Bilanz». «Wir erwarten dort mehr Engagement und Begeisterung», so Schwab.

Der WEF-Chef schliesst nicht aus, dass Davos beim nächsten Anlass nicht mehr zum Zug kommt. Die Chance für Davos liege bei 40 bis 70 Prozent. Schon dieses Jahr hätte das WEF in Singapur stattfinden sollen, wurde dann aber wegen Corona ganz abgesagt. Wann und wo das Treffen 2022 stattfindet, ist derzeit noch offen.

Davos will sich bessern

Der Davoser Tourismusdirektor Reto Branschi zeigt Verständnis für die Kritik, die er schon lange kenne. «Leider standen in letzten Jahren immer weniger Wohnungen für die Mitarbeitenden des WEF zu fairen Preisen zur Verfügung», so Branschi zu 20 Minuten.

Aber Davos habe jetzt die Chance, auf die Kritik zu antworten, und werde das auch tun. Arbeitsgruppen würden derzeit intensiv diskutieren, wie die Wohnungen günstiger werden könnten. Branschi sagt deshalb: «Ich gehe nicht davon aus, dass das WEF 2022 nicht mehr in Davos stattfindet ausser aufgrund von Folgen der Corona-Pandemie.»

Einmal ohne Davos

In der 50-jährigen WEF-Geschichte fand das Elite-Treffen erst einmal ausserhalb der Schweiz statt. Die Veranstaltung war wegen der Terroranschläge vom 11. September 2001 und angekündigter Demonstrationen von Globalisierungsgegnern 2002 von Davos nach New York verlegt worden.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

126 Kommentare