Bewilligung: WEF-Gegner dürfen in Davos demonstrieren
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BewilligungWEF-Gegner dürfen in Davos demonstrieren

In Davos findet am kommenden Samstag eine Demonstration gegen das Weltwirtschaftsforum (WEF) statt. Der kleine Landrat (Exekutive) hat ein entsprechendes Gesuch bewilligt. Auch eine Kundgebung von Exiltibetern wurde genehmigt.

Insgesamt gingen bei der Gemeinde vier Gesuche für Aktionen während dem WEF ein. Der Kleine Landrat stimmte am Dienstag den Gesuchen mit zahlreichen Auflagen zu. Wie in früheren Jahren solle es auch in diesem Jahr möglich sein, während des WEF öffentliche Aktionen im Zentrum von Davos durchführen zu können, hiess es.

Das Gesuch für den Demonstrationszug war von der Grünen Partei Davos eingereicht worden. Zudem hatten die Jungsozialisten und die lokale Gruppe von Ammesty International zur Demonstration aufgerufen und der Anlass wird auch von den Grünen Schweiz und den Jungen Grünen unterstützt. Der geplante Aktionstag, zu dem die Kundgebung gehört, steht gemäss den Veranstaltern unter dem Motto: «WEF - gut für Davos, gut für die Welt? Tadel los!»

Die Demonstration kann am Samstagnachmittag auf der sonst stark frequentierten Talstrasse stattfinden, jedoch ist die von den Gesuchstellern beantragte Route vom Kleinen Landrat leicht abgeändert worden. Auf dem Weg vom Bahnhofplatz ins Kirchgemeindehaus müsse der Demonstrationszug etwas weiter vom Kongresszentrum durchmarschieren als gewünscht, erklärte dazu Landammann Hans Peter Michel auf Anfrage. Der Demonstrationszug kann gemäss Mitteilung in Sichtweite und in 150-Meter-Distanz am Kongresszentrum vorbeiziehen und an drei Zwischenhalten zwecks Kundgebung viertelstündliche Stopps einlegen. Die Auflösung der Demonstration ist beim Kirchgemeindehaus vorgesehen. Die erteilte Bewilligung sei vorgängig mit den Gesuchsstellern besprochen und mit diversen weiteren Auflagen versehen worden, so die Gemeinde weiter.

Bewilligt wurden zudem eine «interkulturelle Prozession zum Denkstein für alle» am Freitag sowie eine Tibet-Kundgebung am Mittwoch. Zu dieser hatten im Hinblick auf den Besuch des chinesischen Premiers am WEF die vier grössten Tibetorganisationen in der Schweiz aufgerufen. Die WEF-Teilnehmer, die internationale Staatengemeinschaft und die global tätigen Unternehmen wurden aufgerufen, gemäss dem Geist des WEF, dass «Fortschritt in der Wirtschaft ohne gesellschaftliche Entwicklung nicht nachhaltig ist», vom chinesischen Gastredner die Einhaltung der Menschenrechte in Tibet mit allem Nachdruck einzufordern. Auch ein Informationsstand zu Verfolgungspraktiken der chinesischen Behörden wurde für Mittwoch und Donnerstag genehmigt, wie die Gemeinde weiter mitteilte. (dapd)

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