Aktualisiert 27.01.2011 08:13

DavosWef-Gegner rufen zu Anschlägen in Davos auf

Die linksextreme Gewaltserie der letzten Wochen nährt die Angst vor Anschlägen und Krawallen in Davos. Die Polizei rüstet sich gegen die Chaoten.

Die Polizei kontrolliert in Fideris Lenker, die nach Davos wollen. (Foto: keystone)

Die Polizei kontrolliert in Fideris Lenker, die nach Davos wollen. (Foto: keystone)

Laut einem Bekennerschreiben war der gestrige Anschlag in St. Gallen (siehe Box) eigentlich gegen das World Economic Forum (Wef) gerichtet. Pünktlich zu dessen Eröffnung riefen Linksextremisten darin zu weiterer Gewalt auf: «Greifen wir sie an!»

Nachdem die Krawalle rund ums Wef in den letzten Jahren abgeflacht sind, droht nun eine neue Eskalation. Auf einschlägigen Foren deuten Parolen wie «Alle nach Davos!» «Smash Wef!» oder «Wef angreifen!» darauf hin, dass die Extremisten versuchen werden, nach Davos zu gelangen.

Mit den Anschlägen in Rom und Athen, dem Brandanschlag aufs Bundesstrafgericht in Bellinzona und dem Angriff auf SVP-Nationalrat Hans Fehr haben internationale und Schweizer Linksextreme in den letzten Wochen gezeigt, dass sie vor nichts zurückschrecken.

Die Demo-Organisatoren wollen nicht ausschliessen, dass die militanten Wef-Gegner am Samstag in Davos zuschlagen. Und Thomas Hobi von der Kantonspolizei Graubünden sagt, man nehme die Aufrufe der Extremisten und den gestrigen Anschlag in St. Gallen ernst. Aber: «Wir sind bereit, falls sie kommen.»

Das Polizei- und Armeeaufgebot in Davos ist jedenfalls riesig. Und alle Demo-Teilnehmer werden vor ihrer Anreise genau kontrolliert. Ausschreitungen werden damit aber höchstens verlagert, nicht verhindert: 2001 und 2003 zündeten die abgewiesenen Wef-Gegner einfach in Zürich und Bern Autos und Barrikaden an.

Dilettantische Aktion in St. Gallen

Ein verkabeltes Rohr, das mit Klebeband an einer Scheibe befestigt war, löste gestern in St. Gallen Alarm aus: Die Polizei sperrte Strassen ab und evakuierte einen Teil des Gebäudes. Sprengstoff-Spezialisten machten die vermeintliche Bombe unschädlich. In einem Bekennerschreiben an 20 Minuten Online brüsteten sich Wef-Gegner mit dem «Angriff gegen die Uni St. Gallen». Das Rohr hatten sie jedoch an ein Gebäude der Helvetia-Versicherungen in der Nähe der Uni geklebt. Wegen dieser dilettantischen Verwechslung hagelte es selbst auf linken Foren hämische Kommentare.

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