Weg frei für ILS auf Piste 28
Aktualisiert

Weg frei für ILS auf Piste 28

Die Flughafenbetreiberin Unique erhält grünes Licht für den Bau des Instrumentenlandesystems (ILS) auf der Piste 28 für Ostanflüge. Das Bundesgericht hat eine von mehreren Gemeinden erwirkte Sistierung des ILS-Projekts wieder aufgehoben.

Das ILS ist eine Voraussetzung, dass Anflüge auf die Piste 28 auch bei schlechten Wetterverhältnissen stattfinden können. Dies ist notwendig, weil die Anflüge über süddeutschem Raum mit der deutschen Verordnung deutlich eingeschränkt wurden. Entsprechende Pläne gibt es auch für Landungen auf die Piste 34 (Südanflüge).

Beurteilen musste das Bundesgericht nun eine Beschwerde von Unique gegen einen Entscheid der Eidg. Rekurskommission für Infrastruktur und Umwelt zum ILS für die Piste 28. Die Kommission hatte im Juni einer Beschwerde der Stadt Kloten sowie von acht weiteren Gemeinden und Anwohnern die aufschiebende Wirkung gewährt.

Gesamtinteresse an Baubeginn gewichtiger

Die damit verbundene Sistierung des ILS-Projekts von Unique für die Piste 28 ist nun aber wieder aufgehoben worden. Die Beschwerde der Flughafenbetreiberin wurde gutgeheissen, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts hervorgeht.

Eine Gesamtschau zeige, «dass die Interessen an einem sofortigen Baubeginn für das ILS 28 schwerer wiegen als jene an einem Bauaufschub». Das ILS gelte heute als Standardausrüstung für wichtigere Landepisten, hält das Gericht weiter fest.

Umleitung auf Piste 34 keine Lösung

Mit ihren Beschwerden bezweckten die Anwohner, regelmässige Anflüge von Osten her auf die Piste 28 so weit als möglich zu verhindern. Andererseits brächten sie sich mit ihrem Widerstand um den Vorteil einer verbesserten Sicherheit der Anflüge.

Zudem sei eine Umleitung der Anflüge von Süden her auf die Piste 34 so lange nicht gewährleistet, als die Plangenehmigungsverfügung für das ILS 34 nicht rechtskräftig geworden sei.

Eine Zunahme der Anflüge aus dem Süden widerspreche schliesslich dem Umweltschutzrecht. Demnach müsse die Zahl der Anwohner, die übermässigem Lärm ausgesetzt werden, möglichst klein gehalten werden, heisst es in der Urteilsbegründung des Bundesgerichts. (Urteil 1A.172/2004 vom 21. September 2004). (sda)

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