Leser-Reaktionen: «Weg mit Herrn Hildebrand!»

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Leser-Reaktionen«Weg mit Herrn Hildebrand!»

«Unmoralisch», «geldgierig», «kriminell»: Solche Worte wählten die Leser für den in eine Devisenaffäre verstrickten Philipp Hildebrand. Der Nationalbankpräsident erhält aber auch Zuspruch.

von
sas
Die 20-Minuten-Online-Leser fordern den Rücktritt vom Nationalratspräsidenten Hildebrand.

Die 20-Minuten-Online-Leser fordern den Rücktritt vom Nationalratspräsidenten Hildebrand.

Die Affäre um Devisenspekulationen der Hildebrands hat unter den Lesern von 20 Minuten Online für hitzige Debatten gesorgt, zumal sich die Nationalbank hinter einem Reglement und dem Bericht einer Revisionsgesellschaft versteckt. «Nationalbankmitglieder, welche die Geldpolitik mitbestimmen, dürften keine Devisengeschäfte durchführen», empört sich Leser H. Pfister.

Für Leser Matthias Frei muss Hildebrand wegen der Devisen-Affäre zurücktreten – im Interesse des Amtes. Rechtlich sei die Sache vielleicht irrelevant, aber moralisch verwerflich. Diesem Votum schliesst sich Tina Steiner an: «Verlorene Glaubwürdigkeit», schreibt sie über ihren Talkback-Eintrag, und weiter: «Es gibt nur eines; weg mit Herrn Hildebrand.»

Hildebrand soll sich vor Gericht verantworten

Leser Rainer Mak wirft dem Nationalbankpräsidenten gar eine illegale Handlung vor: Herr Hildebrand habe zum Zeitpunkt der Transaktion über Insiderwissen verfügt. Das sei eine kriminelle Handlung und müsse bestraft werden. Für Mak ist klar: «Der SNB-Präsident soll abtreten und sich vor Gericht verantworten.» Sicher gebe es noch andere gute «Arbeiter» – die weniger geldgierig seien.

Für Leser Fritz sind die Tage des Nationalbankpräsidenten gezählt: «Ich gebe Hildebrand noch einen Monat.» Es werde sehr eng, wenn Hildebrand den Zusammenhang zwischen den Devisenkäufen und dem Kunsthandel seiner Frau nicht wasserdicht belegen kann. Schon jetzt ist für Roland Rohrbach klar: «Herr Hildebrand ist nicht sauber!»

Ein Wechsel wäre schädlich

Ein Teil der 20-Minuten-Online-Kommentatoren nimmt Philipp Hildebrand aber auch in Schutz: «Nicht zurücktreten, Herr Hildebrand», schreibt ein Leser mit dem Namen Plank. Man solle aufhören mit dem ganzen «der muss weg, die sind korrupt bla-bla-bla». Was die Schweiz jetzt auf keinen Fall gebrauchen könne, sei ein Wechsel an der Spitze der Nationalbank. «Diese Sache läuft genau in die Richtung, wie ein gewisser Herr Dr. Blocher es will», meint ein Leser und fordert Hildebrand ebenfalls zum Bleiben auf: «Mit dem Rücktritt würde er den falschen Leuten einen Gefallen tun.»

Philipp Hildebrand in Schutz nimmt auch der Leser mit dem Pseudonym Investor. Er fordert: «Hört doch auf, auf Hildebrand rumzuhacken.» Wer den Markt kenne, habe seine Schweizer Fränkli auch in Dollar oder Euro investiert. Diejenigen, die sich negativ äusserten, seien einfach eifersüchtig, weil sie selber den Zug verpasst hätten.

Klare Worte für die Hildebrand-Affäre findet Hans Barry. Er schreibt über seinen Eintrag: «Chindergarte ...» - und hält die Diskussion sowie den ganzen Medienhype für masslos übertrieben. Man sollte nicht immer aus einer Mücke einen Elefanten machen.

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