Weg vom Laueri-Image: Junge wollen Taten sehen
Aktualisiert

Weg vom Laueri-Image: Junge wollen Taten sehen

Berner Jungpolitiker klopfen auf den Tisch und fordern: Tut endlich etwas gegen das verstaubte Image der Berner.

«Wir dürfen uns nicht mit dem schlechten Ruf abfinden», sagt Stadtrat Christian Wasserfallen (FDP). «Wer mit dem Zug nach Bern fährt, sieht vor allem Graffiti. Die müssen weg», fordert er. Denn so entstünden bei Auswärtigen wie Klaus J. Stöhlker der Eindruck, dass Bern dreckig sei. Der Kommunikationsexperte zog gestern in 20 Minuten über die Bundesstadt her. Recht geben ihm die Teilnehmer der Web-Umfrage: 70 Prozent möchten Bern ein neues Image verpassen.

«Räumt mit den Dealern auf», fordert André Schären, Präsident der JSVP Kanton Bern. Den Hebel ansetzen will er auch bei der Bildung: «Wir müssen in die Forschung investieren.» Für Stadtrat Simon Röthlisberger (JA!) ist Dreck nicht das Hauptproblem: «Wir müssen die Wohnungsnot anpacken und die hohe Steuerbelastung.» Um das verstaubte Image abzuschütteln, will Grossrätin Flavia Wasserfallen (SP) zeigen, wo Bern führend ist: «Unsere Universität etwa hat einen sehr guten Ruf.» Sie ziehe Junge aus der ganzen Schweiz an.

«Bern tickt eben anders», analysiert der gestandene Werber Jürg Brechbühl von der Agentur Contexta. Dass die Uhren langsamer gehen, bedeute auch Lebensqualität. «Viele Zürcher beneiden uns doch heimlich!»

Daniel Barben/Patrick Marbach

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