Mexiko schützt Schweinswale: Wegen 100 Walen wird die Fischerei verboten
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Mexiko schützt SchweinswaleWegen 100 Walen wird die Fischerei verboten

Wie der Panda für China sei der scheue Kalifornische Schweinswal für Mexiko. Darum greift der Präsident zu drastischen Massnahmen

Für die bedrohten Kalifornischen Schweinswale lässt der mexikanische Präsident sogar Fischerei verbieten.

Für die bedrohten Kalifornischen Schweinswale lässt der mexikanische Präsident sogar Fischerei verbieten.

Mexiko startet ein Rettungsprogramm für die akut vom Aussterben bedrohten Kalifornischen Schweinswale. Staatschef Enrique Peña Nieto gab am Donnerstag die Umsetzung der Massnahmen bekannt, die ein Verbot von Kiemennetzen in weiten Teilen des auch als Cortes-See bekannten Golfs von Kalifornien vorsehen. Solche Netze werden in der Regel für den Fang von Totoaba-Fischen eingesetzt, doch verfangen sich in ihnen oft Schweinswale.

Inzwischen tummeln sich nur etwas unter 100 sogenannte Vaquinas in den Gewässern zwischen Mexiko und der Halbinsel Niederkalifornien. Nirgendwo sonst auf der Welt sind die wenigen Exemplare zu finden.

Bei einer Zeremonie in San Felipe übergab Peña Nieto der Marine die Schlüssel zu den neuen Patrouillenbooten, die das Kiemennetz-Verbot durchsetzen sollen. Zudem sollen Überwachungssatelliten und Drohnen eingesetzt sowie drei Marinestützpunkte in das Rettungsprogramm für die Kalifornischen Schweinswale eingebunden werden. Auch einige örtliche Fischer sollen mithelfen. Gerade die Kooperation mit ihnen sei entscheidend für den Erfolg der Massnahmen, betonte Peña Nieto.

Fischer unterstützen Initiative dank Entschädigungsfonds

Ein Leiter der örtlichen Fischergemeinde, Sunshine Rodriguez Peña, versprach, den Behörden entgegenzukommen. «Wir sind unser ganzes Leben lang Fischer gewesen, von Generation zu Generation», sagte er. «Deshalb sind wir die ersten, die Nachhaltigkeit unterstützen.»

Die 37 Millionen Dollar (35 Millionen Euro) schwere Initiative sieht zudem einen Entschädigungsfonds für Fischer vor, denen durch das Netzverbot Verluste entstehen.

Der Leiter der örtlichen Abteilung der Naturschutzorganisation WWF, Omar Vidal, führte die Wichtigkeit des Projekts vor Augen. Der scheue Kalifornische Schweinswal sei «eine charakteristische Spezies für Mexiko - wie es der Panda für China ist.» (sda)

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