Bernerin: Wegen 5 Rappen mit Betreibung gedroht
Aktualisiert

BernerinWegen 5 Rappen mit Betreibung gedroht

Leser-Reporterin M.Z.* aus dem Kanton Bern wurde mit einer Betreibung gedroht – wegen fünf Rappen. Das Inkassobüro bedauert den Vorfall.

von
K. Freiburghaus & N. Brazerol
M.Z. staunte nicht schlecht, als sie für fünf Rappen eine Betreibungsandrohung erhielt.

M.Z. staunte nicht schlecht, als sie für fünf Rappen eine Betreibungsandrohung erhielt.

Kein Anbieter/zvg

«Als ich das Wort Betreibungsandrohung gelesen habe, bin ich zuerst erschrocken. Dann sah ich den Betrag und musste laut loslachen», erzählt Magdalena Z.* aus dem Kanton Bern. Der Grund: Die Creditreform Egeli St. Gallen AG hat ihr rechtliche Schritte angekündigt, falls sie den Betrag von fünf Rappen nicht innert zwei Wochen überweise – und ihr sogar eine Ratenvereinbarung angeboten. «Für einen so kleinen Betrag mit einer Betreibung zu drohen ist doch lächerlich», so Z.

Besonders unverständlich findet sie, dass für diesen Minimalbetrag überhaupt ein Brief verschickt wurde. «Der administrative Aufwand ist doch viel teurer als die Forderung selbst.» Sie wisse auch nicht, woher die fünf Rappen kommen: «Die Grundforderung habe ich bezahlt.» Sie glaubt, dass es sich bei der Rechnung um einen Computerfehler handelt. «Wahrscheinlich hat sich die Zahlung mit der Mahnung überschnitten und der Computer hat das nicht gemerkt», sagt Z. Und da wohl niemand die Rechnung überprüft habe, sei der Brief an sie geschickt worden.

«System übernimmt jeweils den Restbetrag»

Raoul Egeli von der Creditreform Egeli St. Gallen AG bestätigt den Verdacht der Leser-Reporterin gegenüber 20 Minuten: «Die Zahlung traf an dem Tag ein, als das System die Mahnung erstellte.» Der Computer übernehme jeweils den Restbetrag – im Fall von Z. waren es fünf Rappen. Dabei handle es sich um eine Zinsdifferenz, die in der Zeit zwischen der Mahnung und der Betreibungsandrohung entstanden ist.

«Wir bedauern den Vorfall», sagt Egeli. «Es war ein rein technischer Fehler, die Betreibungsandrohung hätte gar nie verschickt werden sollen.» Magdalena Z. habe schliesslich den offenen Betrag bezahlt, eine Betreibung wäre also ohnehin nicht eingeleitet worden. «Wir werden jetzt intern nach Lösungen suchen, damit das nicht mehr passiert», sagt Egeli. «Am besten melden sich Betroffene direkt bei uns. Dies gibt uns die Möglichkeit, die Situation unverzüglich zu klären. Wir verstehen das Unverständnis und entschuldigen uns für die Umtriebe.»

Fünf Rappen überwiesen

«Ich habe den Brief spät am Mittwochnachmittag vor Auffahrt geöffnet und es war zu spät, dort anzurufen», so Z. Sie überwies dem Inkassobüro die fünf Rappen, weil sie ein teures Betreibungsverfahren zu aufwändig fand. «Hätte sie uns angerufen, hätten wir uns natürlich bei ihr für die fälschlicherweise zugestellte Betreibungsandrohung entschuldigt», so Egeli.

* Name der Redaktion bekannt

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