Für die Hausapotheke: Wegen AKW – neu gibts Jodtabletten für Zürcher

Aktualisiert

Für die HausapothekeWegen AKW – neu gibts Jodtabletten für Zürcher

Die Aargauer kennen Jodtabletten – jetzt kriegen auch viele Zürcher eine Packung davon. Sie sollen bei einem Atom-Unglücksfall die Joddepots in den Schilddrüsen füllen.

von
rom
Wenn es im Kernkraftwerk Leibstadt zum Unglücksfall käme, müsste die Bevölkerung zu Jodtabletten greifen.

Wenn es im Kernkraftwerk Leibstadt zum Unglücksfall käme, müsste die Bevölkerung zu Jodtabletten greifen.

Wer bis zu 50 Kilometer von einem Atomkraftwerk entfernt wohnt, erhält in den nächsten Tagen per Post vom Bund eine Schachtel der Armeeapotheke mit 12 Tabletten à 65 Milligramm Kaliumiodid. Diese sollen bei einem atomaren Unglücksfall die Joddepots in den Schilddrüsen füllen, damit diese kein radioaktiv verseuchtes Jod aufnehmen können, wie der «Tages-Anzeiger» am Montag berichtete.

Die letzte Tabletten-Verteilung liegt zehn Jahre zurück. Die Tabletten sind in der Zwischenzeit abgelaufen. Damals wurden sie nur an Haushalte im Umkreis von 20 Kilometern der Aargauer AKW Beznau und Leibstadt verteilt. Entsprechend waren nur wenige Zürcher darunter. Weil der Bund das Verteilgebiet massiv erweitert hat, ändert sich dies nun.

Trocken und für Kinder unerreichbar lagern

Die Tabletten gehören am besten in die Hausapotheke. Wenn eine atomare Gefahr besteht, wird die Bevölkerung alarmiert und informiert – etwa via Radio. Wer die Tabletten versehentlich einnimmt, muss sich keine Sorgen machen – es passiert nichts. Ein Arztbesuch ist nur bei einer Schilddrüsenkrankheit oder einem Kropf notwendig.

Die Kosten für die Tabletten übernehmen die AKW-Betreiber, welche wenig begeistert sind über die Erweiterung des Verteilgebiets. Immerhin verursacht dies für sie Zusatzausgaben von rund 20 Millionen Franken, wie die «NZZ» schreibt. Deswegen wollen sie rechtlich dagegen vorgehen, denn die Massnahme für übertrieben.

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