Auch Novartis betroffen – Wegen Chip-Krise können Schweizer Firmen kaum noch PCs ersetzen
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Auch Novartis betroffenWegen Chip-Krise können Schweizer Firmen kaum noch PCs ersetzen

Schweizer Firmen gehen die Computer, Handys, Monitore und Docking-Stationen aus. Den Geräteherstellern fehlen sogar Schrauben. HP empfiehlt frühzeitige Bestellungen.

von
Fabian Pöschl
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PCs, Handys, Monitore und Docking-Stationen sind derzeit Mangelware.

PCs, Handys, Monitore und Docking-Stationen sind derzeit Mangelware.

20min/Taddeo Cerletti
Wegen der Chip-Krise blieben viele Fabriken still.

Wegen der Chip-Krise blieben viele Fabriken still.

REUTERS
Hersteller wie Apple konnten deshalb Millionen Geräte weniger als geplant produzieren.

Hersteller wie Apple konnten deshalb Millionen Geräte weniger als geplant produzieren.

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Darum gehts

  • Wegen Chip-Mangels blieben die Förderbänder von Geräteherstellern still.

  • Jetzt fehlen Schweizer Firmen die PCs.

  • Auch Milliardenunternehmen wie Novartis klagen über die Lieferengpässe.

Lockdowns und der Chip-Mangel haben für Stillstand bei zahlreichen Fabriken gesorgt. IT-Firmen wie Apple produzierten Millionen Geräte weniger als geplant. Jetzt gehen bei Schweizer Firmen die Computer, Handys, Monitore und Docking-Stationen aus.

Informatikabteilungen von Firmen im ganzen Land haben Mühe, an die gewünschte Anzahl Geräte zu kommen, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Auch Milliardenunternehmen wie der Pharmamulti Novartis klagen über die Lieferengpässe. Neue Bestellungen könnten bis zu sechs Monate dauern.

Es fehlen sogar Schrauben

Weil kaum Ersatzgeräte an Lager sind, ersetzen die Firmen in der Schweiz nun nur noch, was wirklich kaputt ist. Angestellte müssen deshalb vorerst auf ihren alten Geräten weiterarbeiten.

Laut einem Analysten fehlt den Herstellern eine ganze Reihe von Komponenten. Das grösste Problem sind demnach USB-C-Chips, es mangelt aber auch an Halbleitern, Prozessoren und sogar an Computerkabeln und Schrauben.

Gerätemangel noch bis weit ins Jahr hinein

Beim US-Computerhersteller HP spricht ein Unternehmensvertreter von eingeschränkten Auswahlmöglichkeiten und empfiehlt frühzeitige Bestellungen. Die Vorlaufzeiten hätten sich vor allem für Grossprojekte von Firmen verlängert.

Die Firma verneint aber, dass sie Privatkunden gegenüber Firmen bevorzugt, um damit Shitstorms von verärgerten Kunden zu vermeiden. Vorrecht hätten nur gewisse Marktsegmente zu Beginn der Pandemie gehabt wie Bildung, Regierung und der Gesundheitsbereich. Heute biete HP an, was gerade verfügbar sei. Der Mangel an PCs und weiteren Geräten werde aber noch bis weit in dieses Jahr anhalten.

80-Rappen-Chip kostet jetzt 300 Franken

Weil die Computer-Chips zur Produktion fehlen, sind laut einem Mitarbeiter aus der Halbleiterindustrie Wartezeiten von 100 Wochen mittlerweile normal. Um Ausfälle zu verhindern, würden die Produzenten aufkaufen, was es noch an Chips gibt. Das treibt die Preise ins Absurde. «Schweizer Unternehmen bezahlen nun bis zu 300 Franken für einen Chip, der vorher 80 Rappen gekostet hat», so der Insider.

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