Riesiger Datenleak - Wegen Clubhouse-Leaks landen 3,8 Milliarden Telefonnummern im Darknet
Publiziert

Riesiger DatenleakWegen Clubhouse-Leaks landen 3,8 Milliarden Telefonnummern im Darknet

Anfang 2021 herrschte ein riesiger Hype um die Social-Media-App Clubhouse. Nun ist Katerstimmung angesagt: 3,8 Milliarden Telefonnummern landeten nach einem Datenleck im Darknet.

von
Reto Heimann
1 / 8
Clubhouse ist von einem massiven Datenleck betroffen.

Clubhouse ist von einem massiven Datenleck betroffen.

Unsplash
3,8 Milliarden Telefonnummern sollen im Darknet gelandet sein.

3,8 Milliarden Telefonnummern sollen im Darknet gelandet sein.

20min/Marco Zangger
Weil beim Hack auch auf die Kontaktlisten der Gehackten zugegriffen wurde, sind auch Menschen betroffen, die nie was mit der App zu tun hatten.

Weil beim Hack auch auf die Kontaktlisten der Gehackten zugegriffen wurde, sind auch Menschen betroffen, die nie was mit der App zu tun hatten.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Anfang 2021 sprach die ganze Welt nur noch von den «Virtual Rooms» und «Live Streams» auf Clubhouse.

  • Der Hype um die App flachte ab, dafür nahm die Kritik am fehlenden Datenschutz der App zu.

  • Nun sind 3,8 Milliarden Telefonnummern im Internet gelandet – auch solche von Menschen, die nie etwas mit Clubhouse am Hut hatten.

Zu Beginn des Jahres 2021 war es die wohl am meisten gehypte App im App Store: Die Social-Media-Plattform Clubhouse ermöglichte das Kommunizieren in virtuellen Räumen, in denen man mitdiskutieren oder auch einfach nur zuhören kann. Die App funktioniert wie eine Mischung aus Youtube-Talkshow und Twitter-Thread zum Reinhören. Das Spezielle daran: Zwar konnte jeder und jede die App downloaden. Um sie dann aber auch wirklich zu nutzen, brauchte es eine Einladung einer anderen Nutzerin oder eines anderen Nutzers von Clubhouse.

Der Hype um Clubhouse flachte nach einigen Wochen stark ab. Dafür wurden immer mehr Stimmen laut, die der amerikanischen App ein miserables Zeugnis in Sachen Datenschutz ausstellten. Clubhouse sei «datenhungrig» und verschicke die erhobenen Daten seiner Nutzerinnen und Nutzer unter anderem auch an Datenanalyse-Firmen in den USA. «Der Anbieter schneidet alle Äusserungen mit und überträgt in vielen Fällen Adressbucheinträge vom Handy der Nutzer auf Firmenserver, wo sie für Marketing- und Werbezwecke verwendet werden können», kritisierte die deutsche Stiftung Warentest.

Böse Überraschung für Nicht-Nutzer

Nun zeigt sich: Die Datenschutzprobleme bei Clubhouse sind wahrscheinlich noch grösser als gedacht. So werden zurzeit im Darknet sage und schreibe 3,8 Milliarden Telefonnummern angeboten, die allesamt aus einem Datenleck bei Clubhouse stammen sollen. Darüber berichtet etwa der «Business Insider», aber auch der Schweizer Cybersecurity-Experte Marc Ruef auf Twitter.

Wer nun denkt, dass das ihn oder sie nichts angehe, weil man den Clubhouse-Trend nicht mitgemacht hat, könnte eine böse Überraschung erleben.

Wer nun denkt, dass das ihn oder sie nichts angehe, weil man den Clubhouse-Trend nicht mitgemacht hat, könnte eine böse Überraschung erleben. Denn unter den 3,8 Milliarden Nummern sind auch solche von Menschen darunter, die nie etwas mit der App zu tun hatten. Das liegt daran, dass die Hacker über den Leak auch auf die Kontaktlisten der Clubhouse-Userinnen und -User zugreifen konnten. Das sagt die Digital-Journalistin Adrienne Fichter, ebenfalls auf Twitter.

Auch der ausgewiesene Informatikexperte Hernâni Marques vom Chaos Computer Club Schweiz retweetete die ursprüngliche Meldung über das Datenleck:

Die Daten sollen am 4. September in einer Privatauktion übers Darknet versteigert werden. Bereits im April musste sich Clubhouse mit einem Datenleck herumschlagen; damals wurden die Nutzerdaten von 1,3 Millionen Clubhouse-Userinnen und -Usern öffentlich. Der CEO von Clubhouse Paul Davison bezeichnete die Berichte über einen Hack als «irreführend und falsch». Zum jüngsten, mutmasslich viel grösseren Datenskandal hat Clubhouse noch nicht Stellung bezogen.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Cybercrime betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Meldestellen:

Polizei nach Kanton

Aufklärung:

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

2 Kommentare