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Hochbetrieb bei SozialküchenWegen Corona - Essensausgaben für Bedürftige so gut besucht wie noch nie

Die Zahl der finanziell Hilfsbedürftigen und Randständigen hat seit Beginn der Corona-Pandemie stark zugenommen. Anhand der Besucherzahlen spüren dies vor allem soziale Institutionen, die warme Mahlzeiten herausgeben. 20 Minuten hat Betroffene und soziale Institutionen besucht.

Laut Zahlen des Bundesamts für Statistik, lebten im Jahr 2019 in der Schweiz 735’000 Menschen unter der Armutsgrenze. Dies entspricht zehn Prozent der Bevölkerung. Laut Experten und Expertinnen steigen die Zahlen seit Beginn der Pandemie. Danica Graf ist eine der Betroffenen. Schon vor Corona war sie finanziell knapp dran, die Pandemie hat alles noch verschlimmert. Sie belastet die Situation und es quälen sie schlaflose Nächte. Wie viele andere auch, macht sie sich auf die Suche nach Hilfswerken. Zu diesen Hilfswerken gehört auch die Gassenküche der Stiftung Suchthilfe in St. Gallen.

Regine Rust leitet die Institution, in der Randständige und finanziell schlecht Gestellte für maximal drei Franken eine warme Mahlzeit bekommen. Noch vor der Pandemie zählte das Hilfswerk zirka 30 Gäste pro Tag. Heute hat sich die Zahl fast verdoppelt. «Neben dem, das man hier essen kann, hatten wir während der Coronazeit auf Take away umgestellt. Dies, damit gewährleistet ist, dass man eine ausreichende und ausgewogene Mahlzeit bekommen kann. Da merkt man, dass der Bedarf sehr gross ist und auch der Wunsch, sich hier gut verpflegen zu lassen. Aber Gesellschaft ist mindestens genauso wichtig.»

Beliefert wird die Gassenküche von der regionalen Schweizer Tafel. Diese sammelt bei unterschiedlichen Detailhändlern in der Region Ostschweiz Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können und beliefert soziale Institutionen damit. Murjan Knöpfler, Leiter der Schweizer Tafel Ostschweiz berichtet «Wir können sagen, dass seit dem Jahr 2020, also seit dem Start der Pandemie, 4100 Tonnen Lebensmittel gerettet worden sind. Das sind 314 Tonnen mehr als im Vorjahr und entspricht einer Steigerung von acht Prozent. Das sind insgesamt über neun Millionen Mahlzeiten, die wir so retten und armutsbetroffenen Menschen weitergeben konnten.».

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(Team Video News)

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