An Zügen und Wänden: Wegen Corona gibt es mehr Graffiti

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An Zügen und WändenWegen Corona gibt es mehr Graffiti

Im Kanton Bern wurden 2020 deutlich mehr Schäden durch Sprayereien gezählt als in den Vorjahren. Schuld daran sollen Covid-19 und der Lockdown sein.

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Die BLS klagt über eine deutliche Zunahme von Sprayereien an ihren Zügen.

Die BLS klagt über eine deutliche Zunahme von Sprayereien an ihren Zügen.

Leser-Reporter
200 Züge wurden heuer bereits mit illegalen Graffiti versehen.

200 Züge wurden heuer bereits mit illegalen Graffiti versehen.

Guido Lauper
Das sind gleich viele wie im gesamten Vorjahr.

Das sind gleich viele wie im gesamten Vorjahr.

KEYSTONE

Für die BLS geht 2020 als absolutes Sprayerjahr in die Geschichte ein. 200 Züge des Unternehmens wurden bisher bereits verschmiert. Zum Vergleich: Das sind gleich viele Züge wie im gesamten Vorjahr. Das führt nicht nur zu Kosten, sagt Sprecherin Tamara Troxler. «Jeder Zug, der verunstaltet worden ist, wird so rasch wie möglich aus dem Verkehr gezogen, um ihn zu reinigen. Das kann zu Verspätungen im Zugverkehr führen», so die Sprecherin gegenüber Radio Energy.

Versprayte Wände im Quartier

Doch nicht nur auf Zügen wird derzeit deutlich mehr Farbe aus der Dose verzeichnet. Der Verein Casablanca, der in der Stadt Bern ungewollte Graffiti entfernt und bekämpft, vermeldet deutlich höhere Zahlen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden über 200 Tags oder Sprayereien mehr entfernt als im gleichen Zeitraum 2019. Für den Verein ist klar, dass Corona schuld an der Zunahme ist. Leute hätten wegen der Pandemie mehr Zeit gehabt, sagt Lukas Manuel Herren, Geschäftsführer von Casablanca gegenüber dem Radio. Schulen seien geschlossen gewesen, und viele hätten Homeoffice gehabt. «Die Langeweile hat wohl dazu animiert, Hausfassaden zu verschmieren.»

Vor allem an Quartierwänden haben sich die Schmierfinken zu schaffen gemacht – in der Innenstadt blieben die Wände mehrheitlich weiss. Herren führt dies darauf zurück, dass wegen Covid-19 Läden und Ausgehlokale in der Innenstadt geschlossen waren. «Ausserdem wäre es auffällig gewesen, wenn die Vandalen mit Spraydosen rumgelaufen wären. Die Polizei war in dieser Zeit oft in der Innenstadt unterwegs.»

(cho)

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