50 Millionen Münzen - Wegen Corona gibt es weniger Münzen
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50 Millionen MünzenWegen Corona gibt es weniger Münzen

Online ist King. Cash wird nur noch für Kleinbeträge verwendet. Die Schweizer Münzstätte stellt dieses Jahr nur ein Drittel weniger Münzen her als vor zehn Jahren.

von
Beni Frenkel
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Die Eidgenössische Münzstätte Swissmint hat in der Corona-Krise weniger Münzen hergestellt.

Die Eidgenössische Münzstätte Swissmint hat in der Corona-Krise weniger Münzen hergestellt.

20min/Michael Scherrer
Statt 78 Millionen Münzen wie im Vorjahr werden es 2021 nur noch 50 Millionen Münzen sein.

Statt 78 Millionen Münzen wie im Vorjahr werden es 2021 nur noch 50 Millionen Münzen sein.

Getty Images/iStockphoto
Vor zehn Jahren prägte Swissmint fast dreimal so viele Münzen wie 2021, nämlich über 145 Millionen Stück.

Vor zehn Jahren prägte Swissmint fast dreimal so viele Münzen wie 2021, nämlich über 145 Millionen Stück.

Swissmint

Darum gehts

  • In der Corona-Krise ist die Bedeutung des Bargelds gesunken.

  • Weil die Leute mehr online eingekauft haben, produziert die Münzstätte weniger Münzen.

  • Im Vergleich zum Vorjahr sind es 35 Prozent weniger. Vor allem 20-Räppler gibt es weniger.

Corona hat auch einen Einfluss auf die Münzenherstellung. Weil die Leute immer mehr online einkaufen, ist der Stellenwert der Münzen deutlich gesunken. Das bestätigt auch Marius Haldimann, Geschäftsleiter der Eidgenössischen Münzstätte Swissmint: «2021 dürfte Covid-19 einen massgeblichen Einfluss auf die Reduktion gespielt haben.»

Im letzten Jahr wurden noch 78 Millionen Schweizer Münzen produziert, im aktuellen Jahr fällt die Zahl auf 50 Millionen. Vor allem die Herstellung der 20-Rappen-Stücke nahm ab. 2020 kamen noch 15 Millionen prägefrische Münzen heraus, 2021 werden es nur noch fünf Millionen sein.

Wertvolle Fünfräppler

Der Kupferpreis ist in den letzten fünf Jahren um 90 Prozent gestiegen. Für die Herstellung unserer Fünfräppler keine gute Nachricht - die Münze besteht nämlich zu 92 Prozent aus Kupfer. Die Produktion ist mittlerweile fast so teuer wie der Münzenwert. Laut Marius Haldimann, Geschäftsleiter der Eidgenössischen Münzstätte, ergab die letzte Vollkostenrechnung von 2020 «einen Stückkostenpreis von 4.6 Rappen».

Wie sehr der Umgang mit physischen Münzen zurückgeht, zeigt eine andere Zahl: Vor zehn Jahren prägte Swissmint fast dreimal so viele Münzen wie 2021, nämlich über 145 Millionen Stück.

Bargeld fast nur noch für Kleinbeträge

Wie viele Münzen hergestellt werden, entscheidet aber nicht Swissmint, sondern die Schweizerische Nationalbank (SNB). Die ersten Schweizer Münzen wurden bereits 1850 herausgegeben. Die jüngsten Entwicklungen zeigen aber, dass das Podest dieses Zahlungsmittels langsam bröckelt. So zeigt eine SNB-Studie, dass Bargeld unterdessen nur noch für Kleinbeträge von unter 20 Franken das meistbenutzte Zahlungsmittel ist.

Rechnet man sämtliche Transaktionen zusammen, wurde Bargeld im Coronajahr 2020 sogar erstmals von der Debitkarte abgelöst: Der Bargeld-Anteil, so die SNB-Studie, betrug letztens 24 Prozent, der Wertanteil der Debitkarten 33 Prozent.

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