Die Schweiz fällt im Korruptionsindex hinter Frankreich

Aktualisiert

KorruptionsindexDie Schweiz fällt auf Rang 20 und ist damit korrupter als Frankreich

Die Schweiz fällt im Index acht Plätze nach unten, während die Spitze weiterhin fest in skandinavischer Hand ist. Die letzten Plätze belegen arme und kriegsgebeutelte Länder.

von
Benedikt Hollenstein
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Die Schweiz ist im Korruptionsindex um acht Plätze nach unten gefallen.

Die Schweiz ist im Korruptionsindex um acht Plätze nach unten gefallen.

20min/Matthias Spicher
Im Vorjahr fiel das Land bereits aus den Top Ten. Als Hauptgründe führten Experten damals die mächtigen Finanzinstitute und mangelnde Transparenz an.

Im Vorjahr fiel das Land bereits aus den Top Ten. Als Hauptgründe führten Experten damals die mächtigen Finanzinstitute und mangelnde Transparenz an.

Tamedia/Manuela Matt
Dieses Jahr sei der Anstieg wohl vor allem durch die Corona-Hilfsgelder verursacht worden, die der Korruption neue Wege eröffnet hätten.

Dieses Jahr sei der Anstieg wohl vor allem durch die Corona-Hilfsgelder verursacht worden, die der Korruption neue Wege eröffnet hätten.

Tamedia/Franziska Rothenbuehler

Darum gehts

  • Der jährlich erscheinende Index bewertet die Korruption in 196 Ländern anhand verschiedenster Kriterien.

  • Letztes Jahr fiel die Schweiz vom achten auf den zwölften Platz – seither soll die Korruption im Land weiter gestiegen sein.

  • Der Herausgeber Global Risk Profile sieht als Grund für die Zunahme vor allem die Corona-Hilfsgelder.

Die Schweiz wird immer korrupter – zumindest gemäss dem «Global Corruption Index 2022», der jährlich vom Compliance-Unternehmen Global Risk Profile herausgegeben wird. So belegt die Schweiz bei der diesjährigen Ausgabe in der Gesamtbewertung den 20. Rang und platziert sich damit direkt hinter Frankreich. Schon im Vorjahr ging es mehrere Plätze nach unten – mit Rang zwölf fiel das Land aus den Top Ten. Damals führten die Expertinnen und Experten als Hauptgrund mangelnde Transparenz bei Finanzinstitutionen an.

Für den diesjährigen Absturz gibt es laut dem Corruption Index mehrere Gründe. So sei Korruption im Vergleich zum Vorjahr etwas stärker wahrgenommen worden, womit die Schweiz im Teilindex Korruption drei Plätze verliert und auf Rang neun landet. Doch auch die Corona-Pandemie soll bei Korruption und Wirtschaftskriminalität eine merkliche Rolle gespielt haben.

Hast du in der Schweiz schon Fälle von Korruption erlebt?

So schreibt das Unternehmen in seiner Mitteilung, dass in vielen Ländern ausserordentliche Hilfsprogramme und -gelder ausgeschüttet worden seien. Die Darlehen und Kredite, die oftmals im Eilverfahren und ohne ausführliche Hintergrund-Checks ausgestellt wurden, hätten der Korruption demnach neue Möglichkeiten eröffnet.

Gesamthaft schneiden die europäischen Länder aber sehr gut ab. So findet sich auf Platz eins Norwegen mit der tiefsten Korruptionsrate, dicht gefolgt von Finnland. Auch der dritte Podestplatz wird mit Schweden von einem nordeuropäischen Land belegt. Am stärksten grassieren sollen Wirtschaftskriminalität und Korruption in Syrien. Auf den letzten Plätzen finden sich ausserdem andere arme und kriegsgebeutelte Staaten wie Nordkorea, Jemen, Eritrea und der Südsudan. 

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