Skirennfahrer Stefan Rogentin: So herzig schützt sich Familie für Sohn
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Skirennfahrer Wegen Corona – so herzig wird Stefan Rogentin von der Familie geschützt

In Wengen geht auch Stefan Rogentin an den Start. Der Bündner muss dabei auf seine Familie vor Ort verzichten. Dafür kann er nach den Lauberhorn-Rennen mit minimiertem Risiko sein privates Umfeld besuchen.

von
Sven Forster
(aus Wengen)
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Stefan Rogentin befindet sich derzeit in Form.

Stefan Rogentin befindet sich derzeit in Form.

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Der Bündner liegt in der Disziplin Super-G derzeit auf dem achten Rang der Weltrangliste. 

Der Bündner liegt in der Disziplin Super-G derzeit auf dem achten Rang der Weltrangliste.

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Nachdem in der letzten Saison nur ein Platz in den Top 20 dabei war, fährt er in dieser Saison auf einem ganz anderen Level. 

Nachdem in der letzten Saison nur ein Platz in den Top 20 dabei war, fährt er in dieser Saison auf einem ganz anderen Level.

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Darum gehts

  • Stefan Rogentin gelang in dieser Saison der Durchbruch.

  • Mit den Plätzen fünf und sieben gehört er zu den besseren Super-G-Fahrern im Weltcup.

  • Für seine Karriere steckt auch die Familie zurück. Man versucht, die Kontakte wegen Corona zu minimieren.

Die Plätze 17, 28, 28, 22, 28, 24 standen für Stefan Rogentin in der vergangenen Saison im Super-G-Weltcup zu Buche. Konstant fuhr Rogentin also ausserhalb der Top 20 der Welt. In dieser Saison ist plötzlich alles anders. In bislang vier gefahrenen Super-Gs klassierte sich der 26-Jährige drei Mal in den Top 15. Im letzten in Bormio landete er gar auf dem fünften Platz. Der Bündner zeigt in diesem Winter eine Leistungsexplosion und schaffte gar die Olympia-Limite.

Woran das liegt, kann er selbst nur schwer einschätzen, wie er im Gespräch mit 20 Minuten sagt: «Ich mache nicht viel anders. Man kann es nicht erklären, das ist das Verrückte. Manchmal läuft es und manchmal läuft es nicht.» Eine Erklärung könnte sein, dass er seit dieser Saison zur Abfahrergruppe um Beat Feuz und Niels Hintermann gehört. Von den Spitzenabfahrern kann der 26-Jährige natürlich profitieren. «Man kann sich von allen eine Scheibe abschneiden. Es ist nicht explizit einer.»

Geringes Ansteckungsrisiko in der Familie

Auf die Frage, ob er sich auf Olympia freue, antwortet Rogentin: «Ich habe die Quali im Sack, aber ich bin noch nicht dort. Bis zum Schluss weiss man es nicht, die Konkurrenz im Team ist gross. Dazu gibt es auch noch Hürden im Bereich der Corona-Pandemie.» In der Tat: Eine Infektion wäre für Rogentin derzeit verheerend. Bei Swiss-Ski schützt man die Athleten mit Einzelzimmern, Masken und wenig Kontakt zu Menschen. «Es ist etwas einsam», so der Fahrer aus Graubünden, der aber gleich nachschiebt: «Wir haben es noch gut im Vergleich zu anderen.»

Nun stehen in Wengen für Rogentin drei Speed-Rennen vor Heimpublikum auf dem Programm. Familie und Freunde werden allerdings nicht vor Ort sein: «Mein Umfeld hält sich derzeit sehr zurück und minimiert die KontakteDer Grund ist auch, dass Rogentin nach den Rennen nach Hause kommen kann und dort nur ein geringes Ansteckungsrisiko besteht.

Starke Trainingszeiten am Lauberhorn

Obwohl sein Umfeld nicht vor Ort ist, ist der Bündner, der seit 2018 noch ein Studium neben seiner Skikarriere absolviert, voller Vorfreude auf die Wettkämpfe in Wengen. Besonders auf den Super-G am Donnerstag. «Ich freue mich sehr darauf. Es ist ein Wettbewerb, den noch niemand gefahren ist.» Dass er in Form ist, zeigen auch die beiden Trainingsergebnisse auf der Lauberhorn-Abfahrt. Am Dienstag fuhr er auf Platz zwei, am Mittwoch klassierte er sich am Ende auf dem achten Rang.

Für «Rogi» ist aber klar, dass diese Platzierungen nicht besonders viel aussagen, wie er erklärt: «Es ist schön, wenn die Trainings gut laufen. Aber man muss sie immer mit Vorsicht geniessen. Oftmals gehen die Fahrer noch nicht ganz ans Risiko.» Auch beim 26-Jährigen war das der Fall: «An einigen Stellen bin ich so gefahren wie im Rennen, allerdings nicht überall, um Kraft zu sparen.» Klar ist jedoch aufgrund der bisherigen Saisonleistungen: Mit Rogentin wird am Lauberhorn zu rechnen sein.

Trainingsergebnisse

Im zweiten Training zur Lauberhorn-Abfahrt klassierten sich drei Schweizer in den Top 10. Niels Hintermann wurde als bester Schweizer auf dem fünften Platz gelistet. Auf Rang acht folgte Stefan Rogentin und auf dem zehnten Platz landete Marco Odermatt. Der Adelboden-Sieger verbesserte sich im Vergleich zu seinem ersten Lauberhorn-Auftritt um 35 Plätze.

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