15.07.2020 07:37

Extrakosten fürs Desinfizieren Wegen Corona wird der Zahnarzt teurer

Schon seit 2018 dürfen Zahnarztpraxen ihren Kunden die Kosten für die Arbeitsplatzdesinfektion in Rechnung stellen. Viele Zahnärzte verzichteten bislang darauf. Wegen Corona hat sich das aber geändert.

von
Sven Forster
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Neben den Coiffeurgeschäften, die Extra-Aufschläge für ihre Kunden berechnen, machen nun auch die Zahnärzte mit.

Neben den Coiffeurgeschäften, die Extra-Aufschläge für ihre Kunden berechnen, machen nun auch die Zahnärzte mit.

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Einige Praxen setzem neuerdings eine «Grundtaxe für Arbeitsplatzdesinfektion» auf die Rechnung.

Einige Praxen setzem neuerdings eine «Grundtaxe für Arbeitsplatzdesinfektion» auf die Rechnung.

Das Interessante: Die Grundtaxe für Arbeitsplatzdesinfektion gehört schon seit dem Jahr 2018 zum Bestandteil des Zahnarzttarifs. Die grosse Mehrheit stellte die Gebühren bislang nicht in Rechnung.

Das Interessante: Die Grundtaxe für Arbeitsplatzdesinfektion gehört schon seit dem Jahr 2018 zum Bestandteil des Zahnarzttarifs. Die grosse Mehrheit stellte die Gebühren bislang nicht in Rechnung.

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Darum gehts

  • Mehrere Zahnärzte verrechnen ihren Kunden die Kosten für die Desinfektion.
  • Schon seit 2018 ist das möglich.
  • Viele Praxen haben bislang aber darauf verzichtet.
  • Die Hemmschwelle ist seit Corona allerdings gesunken.

Desinfizieren gehört in Corona-Zeiten zum Alltag. Auch das Maskentragen wurde in vielen Betrieben zur Pflicht. Dies sorgt auch für höhere Kosten für das Unternehmen. Neben den Coiffeurgeschäften, die Extra-Aufschläge für ihre Kunden berechnen, machen nun auch die Zahnärzte mit.

Wie der «Blick» schreibt, setzen einige Praxen neuerdings eine «Grundtaxe für Arbeitsplatzdesinfektion» auf die Rechnung. Das Interessante: Die Grundtaxe für Arbeitsplatzdesinfektion gehört schon seit dem Jahr 2018 zum Bestandteil des Zahnarzttarifs. Die grosse Mehrheit stellte die Gebühren bislang aber nicht in Rechnung.

«Hemmschwelle wegen Corona offensichtlich gefallen»

Corona sorgt nun dafür, dass diverse Praxen die Kosten an ihre Patienten weitergeben. «In den letzten Wochen sind uns rund ein Dutzend Zahnarztpraxen aufgefallen, die die Gebühr neu erheben», sagt Preisüberwacher Stefan Meierhans (51) zum «Blick». «Viele Zahnärzte waren zuvor zögerlich, die Gebühr ihren Kunden zuzumuten. Doch seit der Corona-Krise ist diese Hemmschwelle offensichtlich gefallen», sagt Meierhans.

Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO verteidigt die Zusatzkosten. Ein Sprecher sagt gegenüber der Zeitung: «Die Anforderungen an die Hygiene sind in den letzten 20 Jahren stark gestiegen, sie benötigen mehr Zeit, und es sind zusätzliche Arbeiten im Hintergrund notwendig.»

Als zusätzlicher Mehraufwand während der Corona-Krise gilt derzeit das Desinfizieren der Türklinken, die Kosten für die Bereitstellung der Desinfektionsmittel für die Kundschaft und das Lüften mit längeren Pausen zwischen den Patientinnen und Patienten.

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210 Kommentare
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Ja klar

16.07.2020, 19:00

Desinfektion beim Zahnarzt ist ein MUSS. Ich kriege ja auch keinen OP Rabatt, wenn ich mich für unsteriles Besteck entscheide. So ein Quatsch. Was für einen Aufwand macht das schon aus? Der Coiffeur muss alles Material besorgrn, der Zahnarzt hat Masken und Co. ja sowieso im Haus und verdient einiges mehr als eine Coiffeuse.

Wetsch nöd gahn nöd

16.07.2020, 18:46

Also ich bezahlte beim Coiffeur 1 Franken mehr. Finde ich OK dafür haben sie wirklich jeden Platz nach jedem Kunden desinfiziert. Aber knapp 19 Franken??

komisch

16.07.2020, 17:19

ich musste auch 5.- zuschlag beim coiffeur bezahlen...selbstverständlich wurde dies erst an der Kasse gesagt...