Aktualisiert 20.03.2020 11:36

Corona-Krise«Wegen des Virus habe ich meinen Job verloren»

Die Corona-Krise trifft die Unternehmen hart. Viele Firmen müssen deshalb ihre Mitarbeiter entlassen. 20-Minuten-Leser erzählen.

von
bsc

Angst um den Job wegen des Coronavirus? Der Arbeitsrechtler Boris Etter erklärt, wann dir dein Arbeitgeber kündigen darf und wann nicht. (Video: 20 Minuten)

Die Schweizer Wirtschaft leidet unter dem Coronavirus. Viele Firmen beantragen deshalb Kurzarbeit. Doch das ist nicht immer möglich oder reicht nicht aus, um die Firma vor dem finanziellen Ruin zu bewahren. Deshalb entlassen einige Unternehmen ihre Mitarbeiter. Dieses Schicksal trifft auch viele 20-Minuten-Leser:

«Habe die Anstellung in der Probezeit verloren»

Vanessa (25), Assistent Storemanager: «Wegen des Coronavirus habe ich meine Anstellung während der Probezeit verloren. Das ist eine Katastrophe, da ich nun kein Geld vom RAV erhalten werde, denn ich hatte die letzten zwölf Monate keinen Job.»

«Fühle mich im Stich gelassen»

Rebecca (25), Barmitarbeiterin: «Faktisch habe ich keinen Job mehr, da ich auf Stundenlohnbasis angestellt bin und mir nun die Stunden gestrichen wurden. Ich fühle mich als Stundenlöhner im Stich gelassen. Der Bund stellt riesige Geldbeträge für die Kurzarbeit bereit, doch was ist mit den Angestellten auf Stundenbasis?»

«War mir sicher, dass ich niemals arbeitslos werde»

Sandra (30), Orthopädistin: «Als Orthopädistin bin ich zuständig für die Herstellung und Abgabe von Hilfsmitteln für den kranken Bewegungsapparat. Ich war mir sicher, dass ich mit diesem Job niemals in die Arbeitslosigkeit geraten würde, da es immer Menschen geben wird, die auf Hilfsmittel angewiesen sind. Mit Corona hatte ich natürlich nicht gerechnet.Unsere Zielgruppe, ältere und behinderte Personen, sollen zu Hause bleiben oder werden abgeschirmt. Überweisende Praxen und Ärzte behandeln nur noch absolute Notfälle und Freizeitaktivitäten sind bis auf weiteres untersagt: Die Auftragslage ist kritisch und es können nicht mehr alle beschäftigt werden. Deshalb wurde mir vor kurzem gekündigt.»

«Man werde mich eventuell wieder einstellen»

Jasmin (22), Angestellte im Einzelhandel: «Mir wurde auf Monatsende gekündigt, und ich bin bis dahin von meiner Arbeit freigestellt. Der Grund seien finanzielle Probleme wegen der aktuellen Umstände. Man werde mich eventuell wieder einstellen, sobald die Krise vorbei ist. Aber das halte ich für unrealistisch.»

«Bund bietet keine Lösung»

Daniel (47), Freelancer in der Veranstaltungstechnik: «Der Staat hat mir gekündigt. Es geht mir dementsprechend mehr schlecht als recht. Denn der Bund bietet keine Lösung, wie ich meine Rechnungen, meine Wohnung und meinen Lebensunterhalt bezahlen kann. Dabei ist ein Kredit, den ich nachher abzahlen muss, keine Lösung, sondern nur eine Verlagerung und Schuldzuweisung an mich. Doch: Ich bin nicht schuld an der Situation.»

«Habe ab heute kein Einkommen mehr»

Sheila (23), Nanny: «Ich habe als Nanny bei drei Familien gearbeitet. Wegen der Corona-Krise haben aber alle drei Familien, von denen ich meinen Lebensunterhalt beziehe, als Vorsichtsmassnahme beschlossen, die Betreuungsdienste per sofort auf unbekannte Zeit einzustellen. Es ist in dem Sinne also keine endgültige Kündigung, jedoch kann ich in dieser unbestimmten Zeit trotzdem nicht arbeiten und bin vorübergehend arbeitslos. Dabei sind die Familien nicht verpflichtet, Ausfallsentschädigungen zu bezahlen. Vom RAV erhalte ich das Geld erst Monate nach der Anmeldung. Ich habe ab heute kein Einkommen mehr und weiss nicht, was meine Möglichkeiten sind, um durch diese schwierige Zeit zu kommen.»

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