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Krankenkassenprämien«Wegen der hohen Prämien werde ich öfter bloss Pasta essen können»

Die Krankenkassenprämien steigen nächstes Jahr um 6,6 Prozent. Die 20-Minuten-Community ist besorgt und überlegt bereits, wo sie aufgrund der höheren Kosten sparen muss.

von
Christina Pirskanen
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Die Krankenkassenprämien steigen nächstes Jahr: Die 20-Minuten-Community ist besorgt. (Symbolbild)

Die Krankenkassenprämien steigen nächstes Jahr: Die 20-Minuten-Community ist besorgt. (Symbolbild)

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«Jammern ändert nichts – aber natürlich ist es ärgerlich und wird nicht spurlos an uns vorbeigehen», sagt Melanie (37) aus dem Kanton Zürich. (Symbolbild)

«Jammern ändert nichts – aber natürlich ist es ärgerlich und wird nicht spurlos an uns vorbeigehen», sagt Melanie (37) aus dem Kanton Zürich. (Symbolbild)

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«Ich hatte immer einen hohen Standard, wenn es um gutes und gesundes Essen geht. Nun werden wir zum Teil auf diese Qualität verzichten müssen und vermehrt im Aldi einkaufen gehen», sagt die dreifache Mutter. (Symbolbild)

«Ich hatte immer einen hohen Standard, wenn es um gutes und gesundes Essen geht. Nun werden wir zum Teil auf diese Qualität verzichten müssen und vermehrt im Aldi einkaufen gehen», sagt die dreifache Mutter. (Symbolbild)

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Darum gehts

Am Dienstag gab der Bundesrat bekannt, dass die Krankenkassenprämien für 2023 durchschnittlich um 6,6 Prozent steigen werden, verglichen mit 2022. Am stärksten steigen die Krankenkassen-Prämien in den Kantonen Neuchatel und Appenzell Innerrhoden mit 9,5 Prozent respektive 9,3 Prozent. Am Besten kommt der Kanton Basel-Stadt davon: Hier steigen die Prämien um gerade mal 3,9 Prozent. Vergleicht man die tatsächlichen Kosten für nächstes Jahr, sieht das Bild anders aus: Dann kommt Appenzell Innerrhoden mit 233,20 Franken deutlich besser weg als Basel-Stadt mit mittleren Prämien von 426,40 Franken.

20 Minuten wollte von ihrer Community wissen, wie sich die höheren Krankenkassenprämien auf ihre Lebenssituation auswirken – das sind die Antworten.

Melanie (37), Kanton Zürich

«Jammern ändert nichts – aber natürlich ist es ärgerlich und wird nicht spurlos an uns vorbeigehen», sagt Melanie (37) aus dem Kanton Zürich. «Wir sind eine fünfköpfige Familie und zahlen monatlich etwa 1200 Franken für die Krankenkasse.» Im Kanton Zürich beträgt die Prämienerhöhung für nächstes Jahr 7,1 Prozent – somit bezahlt Melanies Familie 2023 rund 85 Franken mehr im Monat. Aufs Jahr gesehen sind dies über 1000 Franken.

Es sei nicht nur die Krankenkasse, die teurer werde, sondern auch etwa Lebensmittel oder der Treibstoff. Die Familie sei jetzt schon sparsam, müsse nun aber noch exakter auf ihre Ausgaben achten: «Ich hatte immer einen hohen Standard, wenn es um gutes und gesundes Essen geht. Nun werden wir zum Teil auf diese Qualität verzichten müssen und vermehrt im Aldi einkaufen gehen», sagt sie.

«Mein Mann arbeitete über zwei Jahre lang wegen Corona in Kurzarbeit, dadurch haben wir schon einen grossen Teil unseres Ersparten aufgebraucht.» Dadurch könne sie auch ihren Kindern nicht mehr so viel ermöglichen wie vor der Pandemie. Sie arbeite bereits jetzt bei zwei Teilzeitstellen – die Kinderbetreuung teile sie sich mit ihrem Mann. «Aber wenn es mit den jetzigen Teuerungen finanziell doch nicht reicht, um einigermassen normal weiterzuleben, muss ich wohl oder übel noch zusätzliche Schichten in meinem Pflegeberuf arbeiten», so die 37-Jährige.

Andrea (34), Kanton Zürich

«Die Erhöhung der Krankenkassenprämie ist extrem beängstigend und bedrückend für mich», sagt Andrea (34) aus dem Kanton Zürich. «Ich leide an einer Autoimmunkrankheit und bin eigentlich auf die Krankenkasse angewiesen. Aber ich werde mir wohl in Zukunft zweimal überlegen müssen, ob ich mir zusätzlich zur Prämie noch den Arztbesuch leisten kann», erzählt sie. Zurzeit zahle sie bereits 500 Franken monatlich für ihre Krankenversicherung – bei der tiefsten Franchise.

Die Prämienerhöhung löse bei ihr nun grosse Unsicherheit aus: «Ich werde wohl bei den Lebensmitteln sparen müssen, sprich mehr Verzicht und öfter Pasta kochen. Obwohl, die wird ja auch teurer.» Auch eine andere Wohnung wäre als Sparmassnahme angedacht – eine passende zu finden, gestalte sich jedoch schwierig. «Von keiner Seite kommt Verständnis: Die Politiker erhöhen einfach die Prämien, aber sie haben keine Ahnung, was das mit der Bevölkerung macht», sagt Andrea.

E.T.

«Wir sind eine fünfköpfige Familie und wohnen in einem kleinen Haus», so E.T. Nun werde alles teurer: Gas, Strom, Lebensmittel und auch noch die Krankenkasse. «Wegen der Schliessungen während Corona wurde meine Stelle gestrichen.» Mit dem Lohn des Mannes hätten sie es zu fünft sehr schwer. «Wie sollen wir überhaupt noch über die Runden kommen? Wir sparen bereits an allen Ecken und Enden und sind langsam am Verzweifeln.»

M.M.

«Ich lebe alleine und auch für Alleinlebende sind die ständigen Erhöhungen eine Qual», schreibt M.M. Die Wohnung müsse sie alleine finanzieren, der Lohn bleibe seit Jahren gleich. Sie habe schon für dieses Quartal Unmengen an Heizkosten nachzahlen müssen. Nun komme der Winter und sie freue sich gar nicht über die nächste Rechnung: «Ich lebe schon am Maximum, noch mehr Kosten kann ich langsam nicht mehr bewältigen, ohne einen riesigen Haufen an Schulden zu machen. Und nun der nächste Schock, die Erhöhung der Krankenkassenprämien. Wo soll das alles hinführen? Es wird immer unerträglicher.»

Musst du nun sparen, um deine Krankenkasse bezahlen zu können?

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