17.10.2020 19:34

S. M. (19)«Wegen der Maske hatte ich plötzlich viele Pickel um den Mund»

Während die Hygienemaske vor Corona-Ansteckungen schützt, kann sie auch zu Unreinheiten im Gesicht führen. So auch bei Leserin S. M. (19). Ein Dermatologe gibt Tipps, wie die Haut trotz Maske rein bleibt.

von
Michelle Muff
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Während Masken schützen, können sie auch zu Pickeln führen. Das passierte etwa Leserin S. M. (19): «Die Hautprobleme haben einige Tage nach der Einführung der Maskenpflicht im ÖV begonnen. Plötzlich hatte ich sehr viele kleine Pickelchen um den Mund sowie an der Nase. Auch meine Poren waren dort plötzlich alle sehr verstopft.»  Das Bild oben stammt von dieser Woche: «Inzwischen ist es wieder ein bisschen besser.»

Während Masken schützen, können sie auch zu Pickeln führen. Das passierte etwa Leserin S. M. (19): «Die Hautprobleme haben einige Tage nach der Einführung der Maskenpflicht im ÖV begonnen. Plötzlich hatte ich sehr viele kleine Pickelchen um den Mund sowie an der Nase. Auch meine Poren waren dort plötzlich alle sehr verstopft.» Das Bild oben stammt von dieser Woche: «Inzwischen ist es wieder ein bisschen besser.»

Leserbild
Dank einiger Massnahmen habe sich ihr Hautbild in den vergangenen Wochen wieder gebessert: «Ich lege die Stoffmaske nie auf dreckigen Oberflächen ab, ziehe sie mir nur mit desinfizierten Händen an und wasche sie so oft wie möglich.» (Symbolbild)

Dank einiger Massnahmen habe sich ihr Hautbild in den vergangenen Wochen wieder gebessert: «Ich lege die Stoffmaske nie auf dreckigen Oberflächen ab, ziehe sie mir nur mit desinfizierten Händen an und wasche sie so oft wie möglich.» (Symbolbild)

Getty Images/iStockphoto
Auch I. S.* (21) leidet seit der Einführung der Maskenpflicht unter schlechter Haut. «Seit ich im Alltag oft eine Maske trage, habe ich an der Wangenpartie sowie um den Mund richtig Akne bekommen.» (Symbolbild)

Auch I. S.* (21) leidet seit der Einführung der Maskenpflicht unter schlechter Haut. «Seit ich im Alltag oft eine Maske trage, habe ich an der Wangenpartie sowie um den Mund richtig Akne bekommen.» (Symbolbild)

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Darum gehts

  • Die schützende Hygienemaske führt bei manchen zu Gesichtsunreinheiten.

  • Das bemerken auch die Hautärzte, wie ein Dermatologe Tobias Plaza sagt.

  • Die Leserinnen S. M. und I. S. kämpfen wegen der Masken mit Pickeln.

  • Plaza gibt Tipps, was man gegen die Unreinheiten tun kann.

Die Hygienemaske ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und zahlreichen Fachexperten schützt sie vor Infektionen mit dem Coronavirus und ist ein wichtiger Bestandteil, um die Pandemie einzudämmen. Das schützende Stück Stoff kann aber auch unangenehme Folgen haben: So führt die Hygienemaske bei manchen zu Unreinheiten und Entzündungen der Gesichtshaut.

Dass mehr Leute mit Pickeln zu kämpfen haben, bemerken auch die Hautärzte, wie Tobias Plaza, Dermatologe am Hautzentrum Brunnehof in Uster und Vizepräsident der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie, auf Anfrage gegenüber 20 Minuten sagt: «Seit Beginn der Corona-Krise sehen wir einen deutlichen Anstieg der Konsultationen beim Dermatologen von Patienten, die an einer perioralen Dermatitis – also entzündliche Hautveränderungen um den Mund – leiden.» (siehe Box)

«Plötzlich hatte ich viele kleine Pickelchen»

Von einer solchen Entzündung ist Leserin S. M.* betroffen. «Eigentlich hatte ich nie unreine Haut», erzählt die 19-jährige Zürcherin. Die Hautprobleme hätten bei ihr einige Tage nach der Einführung der Maskenpflicht im ÖV begonnen: «Ich pendelte zu dieser Zeit täglich zwei Stunden mit dem Zug. Plötzlich hatte ich sehr viele kleine Pickelchen um den Mund sowie an der Nase. Auch meine Poren waren dort plötzlich alle sehr verstopft.»

Als M. anfing, die Maske auch beim Einkaufen und während der Arbeit zu tragen, wurde es noch schlimmer: «Da ich zuvor an diesen Stellen nie Pickel hatte, bin ich mir sicher, dass diese vom ständigen Tragen der Maske kommen.» Trotzdem ging sie nicht zum Dermatologen: « Seit ich beim An- und Ausziehen der Maske strikt auf einige Dinge achte, ist mein Hautbild ein bisschen besser geworden», sagt M. «Ich lege die Stoffmaske nie auf dreckigen Oberflächen ab, ziehe sie mir nur mit desinfizierten Händen an und wasche sie so oft wie möglich.»

«Die Pickel sind mir unangenehm»

Auch I. S.* (21) leidet seit der Einführung der Maskenpflicht unter schlechter Haut. «Seit ich im Alltag oft eine Maske trage, habe ich an der Wangenpartie sowie um den Mund richtig Akne bekommen.» Im Vergleich zu vorher sehe ihre Haut «sehr viel schlimmer» aus: «Ich habe viele Pusteln, die sich immer wieder entzünden und manchmal auch schmerzen.»

Sie schränkten sie zwar nicht ein, stören tue sie sich trotzdem daran: «Wenn man sonst nie Hautprobleme hatte, ist es unangenehm, plötzlich viele Pickel zu haben.» Falls sich ihr Hautbild nicht bald bessere, werde sie demnächst einen Dermatologen aufsuchen.

Masken und Stress seien «grosse Faktoren»

Dermatologe Tobias Plaza sieht einen klaren Zusammenhang zwischen der «deutlichen Häufung des Krankheitsbildes» sowie der Maskenpflicht: «Die Masken verursachen durch Wärmeentstehung und Schwitzen ein Milieu, in dem die Hautflora schneller aus dem Gleichgewicht kommt.» Dies passiere insbesondere in Kombination mit Pflegecremen und Make-up.

Die Maske allein ist aber nicht verantwortlich für die vermehrten Fällen von perioraler Dermatitis, wie Plaza betont: «Durch die CoronaKrise und die damit einhergehenden neuen Regeln sind die Leute gestresster als sonst. Und Stress ist ein weiterer Faktor, der die Erkrankung fördert.»

Was ist eine periorale Dermitis?

«Bei der perioralen Dermatitis handelt es sich um eine Entzündung um den Mund, die mit Rötungen und nässenden Pickelchen sowie Spannungsgefühl und manchmal Brennen einhergeht», erklärt Tobias Plaza, Dermatologe und Vizepräsident der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie. Die Erkrankung werde in der Regel durch «eine Überfettung der Haut im unteren Gesichtsdrittel» verursacht: «In der Folge kommt die natürliche Hautflora aus dem Gleichgewicht und das Immunsystem schickt Entzündungszellen in die Haut. Diese Zellen machen dann Pickelchen und Rötungen.»

«Bei der Pflege lautet es: weniger ist mehr»

Was kann man nun präventiv gegen die durch Masken geförderten Unreinheiten tun? Die Devise lautet gemäss Plaza «weniger ist mehr»: «Wenn man viel mit Maske unterwegs ist, soll man kein oder weniger Make-up und keine Pflegecremen verwenden. Ausserdem hilft es, das Gesicht abends mit antibakterieller Waschlotion zu reinigen.» Auch soll die Maske täglich mindestens ein- bis zweimal gewechselt werden.

Wenn sich das Hautbild trotz dieser Massnahmen nach zwei Wochen noch nicht gebessert habe, sollte man einen Dermatologen aufsuchen, so Plaza: «In der Dermatologie wird dann mit milden Antibiotika-Gels oder Tabletten, die das Gleichgewicht der Hautflora wieder in Ordnung bringen, über mehrere Wochen behandelt.»

*Name der Redaktion bekannt

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1017 Kommentare
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Mr. Serious

19.10.2020, 00:00

Möglicherweise hilft einfach waschen...;-)

Alien 8

18.10.2020, 18:38

Das sind Coronavirus Eier.

NP

18.10.2020, 17:21

Wie kommt das erst raus bei der allgemeinen Windelpflicht