Aktualisiert 28.08.2005 18:43

Wegen der Plündereigefahr: Weesner schliefen im Schlamm

Das Hochwasser hat Türen und Fenster von Dieter Freses Fischerstube eingerissen. Aus Angst, Plünderer könnten seinen Weinkeller ausräumen, schlief der Wirt im völlig verschlammten Büro.

In Gummistiefeln steht der 60-jährige Dieter Frese im verschlammten Büro seines Restaurants Fischerstube in Weesen. «Hier habe ich zwei Nächte verbracht», sagt der Wirt. Geschlafen habe er praktisch nicht. «Aus Angst vor Plünderern und aus Furcht, der Bach könnte nochmals durch mein Restaurant schiessen, probierte ich, die ganze Nacht wach zu bleiben», so Frese. Durch das Fenster beobachtete er die Schlammwüste ums Restaurant und wachte einsam über seine Fischerstube.

Mario Fedi, Gemeindepräsident von Weesen, sind mehrere Personen bekannt, die sich so vor Plünderern schützen: «Mindestens drei Weesner schlafen unter widrigsten Bedingungen, um ihr Hab und Gut zu bewachen», sagte Fedi. Dieter Frese war nervös geworden, als er im Radio von Plünderungen hörte. «Eingangs Weesen sind mehrere Autos aufgebrochen worden», so der Wirt. Vor allem seine Weinsammlung im Wert von 100 000 Franken habe er schützen wollen. Die hat er inzwischen in Sicherheit gebracht. Den Gesamtschaden schätzt er auf über 1,5 Millionen Franken. «Ich werde weiter aufräumen und hoffe, in fünf Monaten die ersten Gäste begrüssen zu dürfen.»

Felix Burch

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