Finanzkrise: Wegen der Rezession: Kinder länger zuhause

Aktualisiert

FinanzkriseWegen der Rezession: Kinder länger zuhause

Kein Geld, kein Job, keine eigenen vier Wände: Immer mehr junge Frauen und Männer bleiben im «Hotel Mama».

von
Désirée Pomper

«Niemand legt die Wäsche so schön zusammen wie Mama», sagt der 28-jährige S. B.*, der noch zu Hause wohnt. Seit er eine Zweitausbildung begonnen hat, ist das Budget knapp. Doch die längere Ausbildungszeit ist nur einer der Gründe, warum junge Erwachsene immer länger zu Hause leben oder wieder dahin zurückkehren.

Psychologin Christiane Papastefanou stellt einen erschwerten Einstieg ins Berufsleben fest: «Immer mehr Junge müssen sich trotz Studienabschluss mit schlechtbezahlten Praktika über Wasser halten.» Da reiche vielen schlicht das Geld zum Ausziehen nicht mehr. Und mit der steigenden Arbeitslosigkeit werde sich die Lage verschärfen: «In einer Rezession bleiben erwachsene Kinder länger zu Hause», sagt Heidi Stutz vom Bundesamt für Statistik. Sie hält das Phänomen «Hotel Mama», wie es in Italien existiert, auch in der Schweiz für möglich.

«In Zukunft wird die Institution Familie wichtiger werden», sagt Papastefanou. Dafür werde sich der Zeitpunkt der eigenen Familiengründung verzögern. Auch komme es bei Nesthockern zu Entwicklungsverzögerungen: «Manchmal erfolgt der erste sexuelle Kontakt deutlich später», so Papastefanou.

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