Wegen der Wohnungsnot: Pfuusbus gefragt wie nie
Aktualisiert

Wegen der Wohnungsnot: Pfuusbus gefragt wie nie

Die Wohnungs-
not wirkt sich auf
den Pfuusbus von
Pfarrer Ernst Sieber aus:
So viele wie noch nie
übernachteten diesen
Winter im umgebauten
Sattelschlepper.

von
Regina Ryser

2520 Personen übernachteten dieses Jahr im Pfuusbus auf einem Parkplatz am Fusse des Üetlibergs. Dies sind 700 mehr als im Vorjahr, wie Pfarrer Ernst Sieber gestern informierte. «Die Zunahme hat mit der Wohnungsnot in Zürich zu tun», ist er überzeugt. Günstiger Wohnraum für Arme sei Mangelware. Deshalb übernachteten im Winterhalbjahr laut Sieber rund 200 bis 250 Personen im Pfuusbus, die sich zwar eine Wohnung leisten könnten, aber keine fanden. Sozialwohnungen kämen für viele nicht in Frage. Sieber: «Sie sind zu stolz, eine Sozialwohnung zu beantragen. Vorher schlafen sie in unserem Bus.» Ausserdem seien auch Sozialwohnungen schwer zu bekommen.

Dass günstige Wohnungen in der Stadt rar sind, bestätigt auch Walter Angst, Sprecher des Zürcher Mieterverbands. Von den rund 204000 Wohnungen in Zürich (Stand Ende 2006) sind rund 36000 preiswerte Genossenschaftswohnungen. «Sie sind jedoch äusserst selten frei. Und wenn doch, gehen sie unter der Hand weg.»

Sandwiches für den Pfuusbus

Bisher hat Elvetino nicht verkaufte Sandwiches und Gipfeli aus dem Railbarservice weggeworfen. Nun hat die Firma eine bessere Lösung gefunden: Seit Ende Januar schenkt Elvetino die Sandwiches den Bewohnern des Pfuusbusses. So kommen täglich bis zu 50 Brötchen zusammen. Ebenfalls seit diesem Winter können sich die Obdachlosen im Pfuusbus von Mitarbeitern der Médecins Sans Frontières ärztlich behandeln lassen.

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