Wegen Downloads: Schweizer Musikmarkt bricht ein
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Wegen Downloads: Schweizer Musikmarkt bricht ein

Das illegale Downloaden macht dem Musikbusiness schwer zu schaffen. Der Schweizer Tonträgermarkt brach 2006 um satte 15 Prozent ein.

Dies erklärte Ivo Sacchi, Chef von Universal Music Switzerland, gegenüber der «Mittelland Zeitung».

Der Marktanteil von Univeral habe aber um 2 Prozentpunkte zugenommen, sagte Sacchi im Interview. Trotzdem mache ihm diese Entwicklung Sorgen: «Wir bewegen uns auf einem sehr schmalen Pfad. Die internationalen Musikkonzerne gehen sogar so weit, dass sie sich fragen, ob es sich noch lohnt, die nationalen Märkte zu bearbeiten.»

Ein globales Unternehmen könne die Vertreiber in der Schweiz auch direkt aus dem Ausland beliefern, gibt Sacchi zu bedenken. Das nationale Repertoire müsste aber aufgegeben werden. Das sei auch für Universal - den grössten Musikkonzern der Welt - nicht auszuschliessen.

Kritik an Gesetzesrevision

Laut Sacchi wäre das für die Schweizer Musikszene eine Katastrophe. Die Signale, welche die Schweiz ins Ausland sende, seien aber nicht ermutigend.

Die Gesetzesvorlage zur geplanten Revision des Urheberrechts sei viel zu schwammig formuliert. Die Nutzung einer illegalen Quelle müsste in jedem Fall verboten werden. Privatkopien müssten ausdrücklich auf den eigenen und persönlichen Gebrauch beschränkt werden, fordert Sacchi.

Das kostenpflichtige Downloaden von Musik aus dem Internet könne die Ausfälle im Tonträgerverkauf auch weltweit noch nicht kompensieren, stellt Sacchi fest. Weltweit würden in dieser Sparte 2 Mrd. Dollar generiert. Das mache nur 5,5 Prozent des gesamten Marktes aus. Bei Universal Music seien es 10 Prozent.

«Es muss aber mehr werden, damit sich dieser Markt stabilisiert. Ich bin zuversichtlich, dass es in die richtige Richtung geht. Es geht aber nicht so schnell, wie gewisse Leute denken», sagt Sacchi weiter.

CD hält sich

Sacchi gibt sich aber zuversichtlich, dass sich die Tonträgerindustrie erholen wird. Musik boome wie noch nie. Noch nie sei so viel Musik konsumiert worden, leider zum grossen Teil illegal.

Die CD werde aber nicht so schnell verschwinden, wie viele meinten. 2010 werde ein Viertel der digitalen Musik aufs Handy, auf MP3 oder auf den PC geladen. Dreiviertel der Musik werde aber immer noch als CD über den Ladentisch gehen, ist Sacchi überzeugt.

(sda)

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