Zweite Verhandlung: «Wegen ein bisschen schwarzer Farbe im Gesicht» – Schokokuss Verkäufer erneut vor Gericht
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Zweite Verhandlung«Wegen ein bisschen schwarzer Farbe im Gesicht» – Schokokuss Verkäufer erneut vor Gericht

Markus Heim hatte im Juni 2020 verkleidet mit einem goldenen Umhang, schwarz bemaltem Gesicht und einer Perücke die bekannten Schokoküsse der Firma Dubler verkauft. Kurz zuvor nahmen verschiedene Detailhändler das Produkt aus dem Sortiment. Das Kreisgericht Rorschach sprach ihn vergangenes Jahr der Rassendiskriminierung frei. Da die Staatsanwaltschaft Berufung einlegte, wurde der Fall am Dienstag vor dem Kantonsgericht St. Gallen nochmals verhandelt.

Der Angeklagte kann dies nicht nachvollziehen. Er erwartet auch in zweiter Instanz einen Freispruch. Denn für Markus Heim ist klar, an der Promotion war nichts rassistisch und erweitert: «Die Leute, die hier etwas Rassistisches sehen, sind diese, die hier wahrscheinlich selber rassistisch denken.» Die Verteidigung meint, dass ihr Mandant sich lediglich eine humorvolle Verkaufsaktion erlaubt habe. Auch wenn er mit dem Blackfacing einen schwarzen Mann dargestellt haben sollte, betrachte er dadurch schwarze Personen nicht als minderwertig.

Für die Staatsanwaltschaft bleibt diese Aktion eine Rassendiskriminierung. Sie erhofft sich für künftig vergleichbare Fälle einen Grundsatzentscheid. Das Urteil wird in den kommenden Tagen erwartet. 

(Team Video News)

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