Schweizerischer Gewerkschaftsbund: Wegen Erhöhung des Rentenalters verlieren Frauen 1200 Fr pro Jahr

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Schweizerischer GewerkschaftsbundWegen Erhöhung des Rentenalters verlieren Frauen 1200 Fr pro Jahr

Die geplante Erhöhung des Rentenalters bringt «einschneidende» Rentenkürzungen für Frauen. Das sagten Vertreter des Schweizerischen Gewerkschaftsbund vor den Medien in Bern.

Pierre-Yves Maillard, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes SGB.

Pierre-Yves Maillard, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes SGB.

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Die vom Parlament geplante Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre ist eine Rentensenkung. Das teilte der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) am Dienstag vor den Medien in Bern mit. Die Frauen würden mit dem Schritt rund 1200 Franken im Jahr verlieren.

Die Frauenrenten sind gemäss SGB bereits heute ein Drittel tiefer als jene der Männer. Gleichzeitig bricht die zweite Säule weiter ein. Deshalb verlangt der SGB einen Kurswechsel. Die AHV müsse ausgebaut und die Abbauvorlagen gestoppt werden.

Die Ständeratskommission stimmte der Erhöhung des Frauenrentenalters im Zuge der AHV-Reform 21 bereits zu. Gemessen an der Medienrente sei das eine Kürzung um 1200 Franken im Jahr. Damit sollen die Frauen, die bereits eine ungenügende Rentenabsicherung haben, noch eine einschneidende Kürzung hinnehmen, hielt der SGB fest.

Dringend nötige Verbesserungen für die Frauen sehe die Reform hingegen nicht vor. Die Reform könne indessen nur gelingen, wenn sie sich der Probleme der Frauen annehme.

Rente reiche nicht zum Leben

Die Pensionskassenrenten seien seit zehn Jahren im freien Fall, hiess es beim SGB weiter. Dies führe bei den Renten zu einem Kaufkraftverlust. In den typischen Frauenberufen bewegten sich die Pensionskassenrenten bei 500 bis 800 Franken im Monat. So reichten die Renten nicht zum Leben.

Die Gewerkschaften warnen seit langem vor dem Zerfall der Pensionskassen-Renten. Das Problem sei breit bekannt: Der Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer drohe eine ungenügende Rente und damit eine prekäre finanzielle Situation im Alter.

Das Parlament verschliesse sich der Realität und beharre auf einem Abbau, statt Lösungen zu suchen. Gemäss dem SGB ist das nicht nur ein Affront für die Betroffenen, sondern in einer Krise volkswirtschaftlich verantwortungslos.

(SDA)

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