06.10.2020 12:20

Fehler im SystemWegen Excel sind 16’000 Corona-Fälle verloren gegangen

In England werden die Resultate von Corona-Tests in Excel-Tabellen gespeichert. Diese können aber maximal
eine Million Reihen aufweisen – und schnitten die restlichen Corona-Tests einfach ab.

von
Dominique Zeier
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Die Anzahl an Corona-Tests wird in England auf eine einfache Art und Weise gespeichert, …

Die Anzahl an Corona-Tests wird in England auf eine einfache Art und Weise gespeichert, …

Foto: Keystone
Nämlich in Excel-Tabellen. (Symbolbild)

Nämlich in Excel-Tabellen. (Symbolbild)

Foto: Getty Images/iStockphoto
Diese können aber maximal 1’048’576 Reihen aufweisen. (Symbolbild)

Diese können aber maximal 1’048’576 Reihen aufweisen. (Symbolbild)

Foto: Keystone

Darum gehts

  • In England werden die Resultate von Corona-Tests von den Behörden in Excel-Tabellen gespeichert.
  • Excel-Tabellen können aber höchstens eine Million Reihen aufweisen.
  • Testresultate von Labors, die mehr als eine Million Tests durchgeführt hatten, gingen so verloren.
  • Denn Excel schnitt die unteren Linien, die die Limite von einer Million Reihen überschritten, einfach ab.
  • So konnten viele potenziell infizierte Personen nicht informiert werden.

In England sind 15’841 positive Corona-Testresultate verloren gegangen. Schuld daran soll das Microsoft-Programm Excel sein, wie «The Guardian» berichtet. Denn in Grossbritannien werden positive Testresultate von öffentlichen und privaten Testlabors von den Gesundheitsbehörden gesammelt und – wie sich nun herausgestellt hat – in einem Excel-Dokument zusammengeführt.

Das Problem hierbei ist, dass Excel-Dokumente höchstens 1’048’576 Reihen aufweisen können. Wie sich nun zeigt, haben die englischen Behörden dies beim Konvertieren der Daten, die sie von den Labors zugeschickt bekommen hatten, nicht bedacht. So wurde bei jenen Labors, die mehr als eine Million Tests durchgeführt hatten, die letzten Reihen beim Einfügen in die Excel-Tabelle einfach abgeschnitten.

Potenziell Infizierte nicht informiert

Natürlich befanden sich unter diesen Tests auch einige positive. Die Behörden gehen davon aus, dass durch diesen Fehler rund 50’000 möglicherweise infizierte Personen nicht korrekt benachrichtigt wurden. Somit war es ihnen auch nicht möglich, sich in die notwendige Selbstisolation zu begeben. Wie viele weitere Menschen aufgrund dieses Lapsus infiziert wurden, ist nicht bekannt.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Excel-Programm für einen Fehler grösseren Ausmasses sorgt. Bereits
im Jahr 2013 verlor die Investmentbank JPMorgan beinahe 6 Milliarden Dollar, als eine Excel-Zelle
aus Versehen durch die Summe zweier Zinsfüsse anstelle ihres Durchschnitts teilte.

Menschliche Gene umbenannt

«Das Problem bei Excel ist, dass es jeder nutzen kann – und dies schlecht. Da es so einfach ist, ein Excel-Sheet zu erstellen, machen sich oft auch Laien ans Werk, die von Coding keine Ahnung haben», sagt James Kwak, Jura-Professor an der University of Connecticut, gegenüber «The Guardian».

So ist Excel beispielsweise verantwortlich für die Umbenennung einiger menschlicher Gene. Insgesamt haben bisher 27 Gene einen neuen Namen erhalten, weil Excel die alten Namen immer wieder falsch formatiert hat. So wurde aus den Genen Sept1 und March1 beispielsweise Septin1 und Marchf1, da ihre ursprünglichen Namen von Excel immer wieder automatisch in Monatsnamen umgeändert wurden.

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106 Kommentare
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Bendrit

07.10.2020, 14:52

wän ich mondiere chlape ins usebuf fo mine tesla, isch das haram? oder chan ich glych cho in paradeiser und becho 72 iungi fraue? so wi aischa?

Oomalia

07.10.2020, 14:27

So einfach können 6 Milliarden US-Dollar davon flutschen? Und Schuld soll das Excel-Programm sein? :-I :-) :-D Zum Glück gibts Excel somit. Excel eine gängige Entschuldigung also.

Linda die Echte.

07.10.2020, 14:23

Das war ganz sicher ein AZUBI im 1. Lehrjahr der den Fehler gemacht hatte. Was ist den so schwer bei Exel das man so etwas nicht sieht oder merkt.