Aktualisiert 05.03.2008 17:38

Wegen Fluchtgedanken hingerichtet

In Nordkorea sind laut einer Hilfsorganisation 15 Menschen öffentlich hingerichtet worden.

Den Getöteten wurde vorgeworfen, dass sie ausser Landes flüchten oder Landsleuten die Flucht nach China ermöglichen wollten.

Die 13 Frauen und 2 Männer seien am 20. Februar auf einer Brücke in Onsong von einem Hinrichtungskommando erschossen worden, berichtete die buddhistische Gruppe «Good Friends» am Mittwoch, ohne ihre Informationsquellen näher zu nennen.

Onsong liegt im Nordosten des verarmten kommunistischen Landes an der Grenze zu China. Die Gruppe hilft unter anderem Menschen bei der Flucht aus Nordkorea.

Die Hinrichtungen seien als Warnung gegen illegale Grenzübertritte nach China erfolgt, zitierte «Good Friends» einen nordkoreanischen Beamten.

Aus dem autokratisch geführten Land flüchten jedes Jahr zahlreiche Menschen, weil sie Hunger leiden oder brutal unterdrückt werden. Politisch ist Nordkorea weitgehend isoliert. Die Bevölkerung ist von internationaler Hilfe abhängig.

Vor ihrer Hinrichtung seien einige der Nordkoreaner beschuldigt worden, dass sie sich über den Grenzfluss Tumen nach China absetzen wollten, berichtete «Good Friends».

Die Nordkoreaner seien vermutlich während eines Fluchtversuchs festgenommen worden. Bei den übrigen Hingerichteten habe es sich wohl um «Mittelsmänner» gehandelt, die Fluchtwilligen den Weg nach China gewiesen hätten.

Schätzungen gehen von derzeit 50 000 bis 300 000 nordkoreanischen Flüchtlingen in China aus. Sie halten sich in der Regel versteckt, denn wenn sie von chinesischen Behörden entdeckt werden, droht ihnen die Abschiebung in ihre Heimat.

(sda)

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