Wettswil a.A. ZH: Wegen Freundin Betreibung unterschlagen
Aktualisiert

Wettswil a.A. ZHWegen Freundin Betreibung unterschlagen

Um für seine attraktive Freundin an eine gediegene Wohnung in Stallikon zu kommen, hat ein verschuldeter Kaufman sein Betreibungsregister gefälscht. Nun droht ihm 660 Stunden Fronarbeit.

von
Attila Szenogrady

Der Wunsch seiner attraktiven Freundin war ihm Befehl. Fest steht, dass die Frau im Frühjahr 2009 zusammen mit dem heute 28-jährigen Angeklagten in eine schöne Viereinhalb-Zimmer-Wohnung in Stallikon einziehen wollte. Der Kaufmann sagte zu, hatte aber vor seiner Partnerin eine unangenehme Wahrheit verheimlicht. So bedrückten ihn hohe Geldschulden von über 45 000 Franken. Wobei sich die ausstehenden Rechnungen und Steuerschulden in zahlreichen Betreibungen niederschlugen.

Dank Fälschungen Wohnung erhalten

Der Schweizer Staatsangehörige war sich sehr wohl bewusste, dass er die moderne Wohnung mit einer Monatsmiete von rund 2700 Franken niemals erhalten würde. So kam er auf die Idee, den lästigen Betreibungsregisterauszug einfach zu fälschen. Auf eine recht plumpe Art, indem er jeweils bei der Anzahl der Betreibungen kaltschnäuzig die Ziffer 0 einsetzte.

Der Trick klappte. Im Mai vor einem Jahr konnte der junge Mann mit seiner aus Südafrika stammenden Traumfrau in die neue Wohnung einziehen.

Job weg, Freundin weg, Wohnung weg

Am letzten Dienstag sass der heute in Wettswil wohnhafte Angeklagte wegen Urkundenfälschung vor Bezirksgericht Zürich. Dabei kam heraus, dass er inzwischen alles verloren hat. So kam heraus, dass die Vermieterin schon nach wenigen Monaten zusätzlich auf eigene Faust den echten Betreibungsregisterauszug des Angeklagten beschafft hatte. Mit der Folge, dass sie ihm sogleich die Wohnung kündigte. Als er auch noch seinen Job als kaufmännischer Angestellter verlor, war auch die Freundin bald weg.

Geldstrafe oder gemeinnützige Arbeit

Vor Gericht war der Schuldpunkt der Urkundenfälschung nicht mehr bestritten. Er habe einen Fehler begangen, sei aber verliebt gewesen, gab er geständige Man zu Protokoll. Im Mittelpunkt der Verhandlung stand deshalb das richtige Strafmass. Der zuständige Staatsanwalt verlangte für den heute arbeitslosen Fälscher gemeinnützige Arbeit von 660 Stunden. Aufgrund einer Vorstrafe ohne Bewährungschance.

Der Angeklagte war mit diesem Antrag nicht glücklich. Er bat lieber um eine unbedingte Geldstrafe, da ihm seine Mutter dabei finanziell aushelfen würde. Ausserdem hoffe er auf eine neue Arbeitsstelle und könnte dann keine Fronarbeit mehr verrichten, sagte er. Das Gericht traf noch keinen Entscheid und wird das Urteil nach reiflicher Ueberlegung schriftlich zustellen.

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