Energie Schweiz: Wegen Gas-Engpass sollen Schweizer im Winter nur noch auf 20 Grad heizen

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Energie SchweizWegen Gas-Engpass sollen Schweizer im Winter nur noch auf 20 Grad heizen

Als Folge des Kriegs in der Ukraine wird das Gas in Europa knapp. Im kommenden Winter könnte das Konsequenzen haben für die Industrie. Aber auch für die gesamte Schweizer Bevölkerung. 

von
Philippe Coradi
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Die Schweiz bezieht derzeit die Hälfte ihres Gases aus Russland. 

Die Schweiz bezieht derzeit die Hälfte ihres Gases aus Russland. 

20min/Michael Scherrer
Das sind sieben Prozent der benötigten Energie in der Schweiz. 

Das sind sieben Prozent der benötigten Energie in der Schweiz. 

20min/Michael Scherrer
Der Zürcher Regierungsrat rät drum den Einwohnern, im nächsten Winter zu Hause einen Pullover mehr zu tragen und dafür weniger zu heizen. 

Der Zürcher Regierungsrat rät drum den Einwohnern, im nächsten Winter zu Hause einen Pullover mehr zu tragen und dafür weniger zu heizen. 

Urs Jaudas

Darum gehts 

Der Krieg in der Ukraine hat auch negativen Einfluss auf Energieversorgung. Dass auch der Schweiz im Winter ein Strommangel bevorsteht, ist laut Energieministerin Sommaruga (SP) und Wirtschaftsminister Guy Parmelin (SVP) nicht auszuschliessen. Der Verband Schweizer Energiekonzerne sagt, die Gefahr einer Strommangellage sei «real und gross».  

Auch der Zürcher Baudirektor Martin Neukom sieht die Situation sehr ernst. Wegen der Ukraine-Krise könnte es kommenden Winter zu wenig Gas haben und darum auch zu wenig Strom, so der Regierungsrat. 

Zu Hause einen Pulli mehr, dafür ein paar Grad weniger 

Was kann man dagegen tun? Der Zürcher Regierungsrat schlägt als erste Massnahme vor, dass die privaten Haushalte die Temperaturen in ihrem Zuhause etwas herunterschrauben sollten. Statt 23 Grad auf 20 Grad zum Beispiel. «Würden das sämtliche Haushalte umsetzen, würde das in der Masse schon einiges bewirken», sagt Neukom im SRF-«Regionaljournal» Zürich Schaffhausen.

100’000 m² Fotovoltaikanlage in Planung

Sollte diese Massnahme nicht reichen, könnten die Kantone das Gas per Gesetz bei der Industrie kontingentieren. Private wären davon nicht betroffen, so Neukom – sie sind davon geschützt. Diese Ungleichbehandlung erachten Industrie-Verbände als stossend.

Dafür hat der Regierungsrat zumindest Verständnis. Denn: Die Gasknappheit könnte wie bei einem Corona-Lockdown dazu führen, dass Industriezweige ihre Tätigkeit praktisch einstellen müssten.»

Wolle man in Zukunft nicht wieder in eine ähnliche Situation geraten, müsse man jetzt vorwärts machen mit den erneuerbaren Energien, sagt der Regierungsrat. Will konkret heissen: Vermehrtes Heizen mit Fernwärme und mehr Energiegewinnung aus der Sonne und Wind.  

Wo würdest du Energie einsparen?

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