Bund wegen Hund besorgt: Wegen illegal importierter Hunde droht die Tollwut
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Bund wegen Hund besorgtWegen illegal importierter Hunde droht die Tollwut

Tausende Hunde werden jährlich aus dem Ausland importiert – viele davon illegal. Diese Tiere könnten die Tollwut einschleppen. Eine Arbeitsgruppe erarbeitet nun Massnahmen.

von
ann
Der Chihuahua ist der beliebteste Hund der Schweizer. 2013 wurden rund 3700 neue Chihuahuas neu registriert - 1700 stammen aus dem Ausland.

Der Chihuahua ist der beliebteste Hund der Schweizer. 2013 wurden rund 3700 neue Chihuahuas neu registriert - 1700 stammen aus dem Ausland.

Der Schweizer kauft seinen Wunschhund immer öfter im Ausland. 2013 waren rund 47 Prozent der neu bei der Tierdatenbank Anis registrierten Hunde importiert. Dies sind 22'600 Vierbeiner. Für 2014 dürften die Zahlen noch weiter ansteigen. Besonders beliebt sind dabei kleine Hunde, an vorderster Front der Chihuahua, gefolgt von Yorkshire Terrier und Französischer Bulldogge.

Problematisch daran ist die Tatsache, dass immer öfter Tiere illegal aus Ländern importiert werden, in denen es die so genannte urbane Tollwut gibt. Bereits 2013 wurden gemäss Anis-Geschäftsbericht über 100 solche Fälle registriert. 2014 dürfte diese Zahl nochmals deutlich gestiegen sein, wie eine Nachfrage bei Kantonstierärzten zeigt. Im Kanton Zug gab es allein um die Weihnachtszeit herum 10 illegale Importe, die aufgeflogen sind, schreibt die «Neue Zuger Zeitung».

Enorme Zunahme an illegalen Einfuhren

«Wir haben wöchentlich Tiere, die illegal aus Tollwutländern importiert wurden», sagt auch die Zürcher Kantonstierärztin Regula Vogel. Sie spricht von einer enormen Zunahme. Der Kanton Aargau kann bereits Zahlen nennen. «Wir mussten letztes Jahr 10 Hunde euthanasieren», sagt Kantonstierärztin Erika Wunderlin. Für 40 weitere illegal aus Tollwutländern importierte Tiere habe man eine Rückführung oder Quarantäne veranlasst.

Doch die meisten illegalen Importe werden gar nicht aufgedeckt. «Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs», sagt Geschäftsführerin Denise Delley von Anis. Zwar sei heute jeder Hund zur Identifikation gechippt. «Viele Chip-Nummern beginnen aber nicht mit dem Ländercode des Ursprungslandes, sondern mit einem Herstellercode», so Delley. Allein im Dezember 2014 seien bei Anis über 1000 Tiere registriert worden, deren ausländischer Mikrochip nur einen Herstellercode habe.

Herkunft wird verschleiert

«Ein Teil dieser Hunde ist ganz sicher illegal.» Denn es gebe noch keinen Zwang, jedes Tier vor dem Grenzübertritt im Ursprungsland zu registrieren. «Wir haben darum keine Möglichkeit, zu erfahren, woher genau diese Tiere kommen.» Dennoch deckt auch Anis wöchentlich Registrierungen von illegal importierten Hunden auf. Delley: «Diese melden wir dem zuständigen Veterinäramt.»

Das Bundesamt für Veterinärwesen (BLV) hat nun eine Arbeitsgruppe gegründet. Diese soll Massnahmen zur besseren Kontrolle der Importe aufzeigen. Denn: Die Folgen des Imports eines mit Tollwut infizierten Tieres wären gravierend. Sprecherin Nathalie Rochat: «Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, ist sie bei Mensch und Tier nicht mehr heilbar.» Ein grosses Problem stellt dabei die lange Inkubationszeit dar. Ein im Herkunftsland angestecktes Tier könne völlig gesund aussehen. Rochat: «Es können Monate vergehen, bis die Krankheit ausbricht.»

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