Kultur statt Gebet: Wegen Konzerten kein Platz mehr für Moschee
Aktualisiert

Kultur statt GebetWegen Konzerten kein Platz mehr für Moschee

Jetzt liegt die offizielle Begründung vor, warum die älteste Basler Moschee aus der Kaserne verdrängt wird. Sie würde die Nutzungskapazität des Kulturbetriebs einschränken.

von
lha
Beten oder rocken? Feuerpolizeiliche Gründe sind dafür verantwortlich, dass die älteste Basler Moschee aus der Kaserne verschwinden muss. Andernfalls wäre der Konzertbetrieb im darunterliegenden Rossstall in Bedrängnis gekommen.

Beten oder rocken? Feuerpolizeiliche Gründe sind dafür verantwortlich, dass die älteste Basler Moschee aus der Kaserne verschwinden muss. Andernfalls wäre der Konzertbetrieb im darunterliegenden Rossstall in Bedrängnis gekommen.

Gross war der Aufschrei, als bekannt wurde, dass die älteste Basler Moschee, die im Dachstock des Kulturzentrums Kaserne zuhause ist, dort im Sommer 2015 ausziehen muss. Orhan Sahin, Vorstand der Basler Moschee-Kommission, äusserte damals gegenüber 20 Minuten die Vermutung, dass die Mescid-Moschee im neuen Kulturkonzept der Kaserne keinen Platz mehr habe. Stadtentwickler Thomas Kesser wehrte sich gegen diesen Vorwurf: «Das Gegenteil ist richtig. Wir haben einen anderen Standort auf dem Areal gesucht, aber nichts gefunden.»

Sahin hatte aber nicht ganz unrecht, wie am Freitag herausstellte. In einer Mitteilung des Präsidialdepartements des Kantons wird tatsächlich die Unvereinbarkeit mit dem Kulturbetrieb geltend gemacht, für die Kündigung.

Nutzungskapazität der Kulturräume wäre zu klein

Infolge der geplanten Sanierung des Gebäudekomplexes wird die heutige Wendeltreppe an der Aussenfassade des Rossstalls entfernt werden. Die veränderte Fluchtwegsituation hat einschneidende Konsequenzen für die Nutzung des Hauses zur Folge. So müsste die Kapazität der Veranstaltungshallen Rossstall und Reithalle um jene Anzahl Personen reduziert werden, die im Gebetsraum der Moschee Platz haben. Das wären rund 200. Zu viele, um noch einen tragfähigen Kulturbetrieb aufrechtzuerhalten. «Dadurch würde sich der Kaserne ein wirtschaftlich und künstlerisch wesentlicher Nutzungsnachteil ergeben, der kulturpolitisch und finanzpolitisch nicht vertretbar ist», schreibt das Departement in einer Mitteilung.

Damit ist das Ende der Mescid-Moschee am heutigen Standort nach 43 Jahren jetzt endgültig besiegelt. Der Kanton unterstütze den Moscheeverein aber bei der Suche nach einem neuen Standort, wie das Präsidialdepartement festhält.

Deine Meinung