Heerbrugg SG – Wegen Maske am Rückspiegel Mann angefahren – Opfer erliegt Verletzungen
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Heerbrugg SGWegen Maske am Rückspiegel Mann angefahren – Opfer erliegt Verletzungen

Nach einem Verkehrsunfall im Winter 2021 ist ein Mann (91) verstorben. Der Lenker wurde nun per Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

von
Jeremias Büchel
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Eine Hygienemaske am Rückspiegel … (Symbolbild). 

Eine Hygienemaske am Rückspiegel … (Symbolbild).

20min/Taddeo Cerletti
… verminderte das Sichtfeld des Autofahrers. 

… verminderte das Sichtfeld des Autofahrers.

20min/Taddeo Cerletti
Der Mann (†91) wurde auf einem Zebrastreifen angefahren (Symbolbild).

Der Mann (†91) wurde auf einem Zebrastreifen angefahren (Symbolbild).

Kapo SG

Darum gehts

  • Beim Überqueren eines Zebrastreifens wurde ein Mann (91) von einem Auto erfasst.

  • Der Autofahrer hatte wegen einer am Rückspiegel aufgehängten Maske ein eingeschränktes Sichtfeld.

  • Der Lenker wurde per Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Geldstrafe sowie einer Busse verurteilt.

An einem Samstagabend Mitte Februar 2021 ist ein 72-Jähriger von Balgach SG Richtung Au SG gefahren. Zur gleichen Zeit überquerte bei der Kantonalbank in Heerbrugg SG ein 91-Jähriger mit seinem Rollator den Fussgängerstreifen. Als sich der Betagte etwa 2,5 Meter vom Trottoirrand entfernt befand, fuhr das Auto des 72-Jährigen mit rund 40 km/h ungebremst in den 91-Jährigen auf dem Zebrastreifen. Dadurch wurde er von der Motorhaube erfasst, der Kopf prallte gegen die Frontscheibe und der Körper wurde auf das Fahrzeugdach geschleudert. Dort wurde er vom Heckspoiler abgewiesen und landete 20 Meter vom Unfallpunkt am Boden. Schwer verletzt wurde der 91-Jährige mit der Rega ins Kantonsspital St. Gallen geflogen, wo er gut einen Tag später seinen Verletzungen erlag.

Maske hätte vor Abfahrt entfernt werden müssen

Der Autofahrer hatte zum Unfallzeitpunkt eine Hygienemaske am Rückspiegel aufgehängt. Dadurch wurde das Sichtfeld des Lenkers eingeschränkt. «Er hätte diese vor der Abfahrt entfernen müssen», kommt die Staatsanwaltschaft im Strafbefehl zum Schluss. «Infolge pflichtwidriger Unvorsichtigkeit verschuldete der Lenker somit den Tod.» Die Staatsanwaltschaft verurteilt im Dezember den 72-jährigen Serben deshalb wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 40 Franken sowie einer Busse von tausend Franken. Das Verschulden wiege nicht leicht. «Ungebremst kollidierte er mit dem Betagten, welcher vortrittsberechtigt den Fussgängerstreifen überquerte», schreibt der Staatsanwalt.

Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig. Er kann angefochten werden. Dann würde der Fall vom Kreisgericht behandelt werden.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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