Liestal BL: Wegen mildem Winter droht Wildschweinplage
Aktualisiert

Liestal BLWegen mildem Winter droht Wildschweinplage

Weil der Schnee ausbleibt, schiessen die Jäger kaum Wildschweine. Experten befürchten nun hohe Wildschäden für die Bauern.

von
Jonas Hoskyn
Wildschweine verursachen in der Landwirtschaft Schäden. (Foto: colourbox.com)

Wildschweine verursachen in der Landwirtschaft Schäden. (Foto: colourbox.com)

2011 war ein gutes Jahr für Wildschweine: «Der Tisch war reich gedeckt, die Tiere fanden jede Mengen Buchnüsse und Eicheln», so der Baselbieter Kantonstierarzt Ignaz Bloch. Dank dem «Mastjahr», wie es im Fachjargon heisst, wuchsen die Tiere schneller und wurden früher fruchtbar. Das Resultat: Insgesamt wurden 650 Frischlinge gezählt. Um den Bestand stabil zu halten, müssten entsprechend viele Tiere geschossen werden. Bis gestern erwischten die Jäger aber nur deren 178 – so wenige wie seit Jahren nicht mehr. Der Grund: Wegen den hohen Temperaturen finden die schlauen Wildschweine noch immer genügend Futter und meiden die Lockfutterstellen der Jäger.

Nun fürchten insbesondere Landwirte eine Wildschweinplage. Zumal die Schadenstatistik der letzten zehn Jahre kontinuierlich nach oben zeigt: Beim letzten hohen Schwarzwildaufkommen vor vier Jahren richteten die Tieren Schäden in Höhe von über 375 000 Franken an. «Schwarzwild kann in sehr kurzer Zeit grosse Schäden in der Landwirtschaft anrichten», so Gabriel Sutter vom Amt für Veterinär-, Jagd- und Fischereiwesen. Nun hoffen die Jäger, dass ihnen ein baldiger Wintereinbruch doch noch ein paar Schweine vor die Flinte treibt.

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