Musikverbot – Jugendliche crashen Gemeindeversammlung von Pfäffikon ZH
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Pfäffikon ZH Wegen Musikverbot – Jugend crasht Gemeindeversammlung

Per Polizeiverordnung wollte die Gemeinde das Musikhören über Lautsprecher stark einschränken. Dies hat derart mobilisiert, dass der vorgesehene Raum zu klein wurde.

von
Philippe Coradi
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Der Jungpolitiker Dominik Täubert mobilisierte in den sozialen Medien eine grosse Zahl von Jugendlichen. 

Der Jungpolitiker Dominik Täubert mobilisierte in den sozialen Medien eine grosse Zahl von Jugendlichen.

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Draussen Musik hören sollte per Verordnung in der Gemeinde Pfäffikon eingeschränkt werden. 

Draussen Musik hören sollte per Verordnung in der Gemeinde Pfäffikon eingeschränkt werden.

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So wäre es zum Beispiel an Feiertagen praktisch verboten worden, am Pfäffikersee Musik zu hören. 

So wäre es zum Beispiel an Feiertagen praktisch verboten worden, am Pfäffikersee Musik zu hören.

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Darum gehts

  • Die Gemeinde Pfäffikon ZH wollte am Montagabend ihre Gemeindeversammlung durchführen und unter anderem die neue Polizeiverordnung genehmigen lassen.

  • Diese wollten Jugendliche ablehnen und erschienen darum in Scharen.

  • Weil der Durchführungsort so zu klein wurde, entschied der Gemeinderat, die Versammlung zu verschieben.

Die Gemeindeversammlung in Pfäffikon vom Montagabend hatte gar nie begonnen. Noch vor dem offiziellen Start um 20 Uhr verkündete der Gemeindeschreiber den Anwesenden, dass sie verschoben werden muss. Nicht an einen anderen Ort, sondern auf ein späteres Datum.

Der Grund: es sollte über die überarbeitete Polizeiverordnung abgestimmt werden. Dominik Täubert, Jungpolitiker der EVP, hatte die Vorlage studiert und bemerkt, dass die Gemeinde das Musikhören im öffentlichen Bereich stark einschränken will.

Und zwar derart, dass es nicht mehr möglich gewesen wäre, abends am See nach 20 Uhr über einen Lautsprecher Musik zu hören, an Sonn- und Feiertagen wäre das gar nicht mehr möglich gewesen.

Darum rief er auf den sozialen Medien dazu auf, an die Gemeindeversammlung zu kommen. Der Appell wirkte offenbar. Im Dorfsaal Chesselhuus wären wegen Corona 200 Personen erlaubt gewesen. Doch laut «Blick» waren die Plätze innert Minuten besetzt. Mindestens 80 weitere Personen standen vor verschlossenen Türen. Pfäffikon zählt 12’000 Einwohner und Einwohnerinnen.

Die Enttäuschung der Jugendlichen war offenbar spürbar. Sie gehen davon aus, dass es den Verantwortlichen eher recht ist, dass die Abstimmung darüber verschoben wurde. Denn sie wäre aus ihrer Sicht bestimmt abgelehnt worden.

Für den Gemeindepräsidenten war die Situation laut «Blick» unumgänglich: Zwar habe er sehen kommen, dass der Aufmarsch an die GV den Saal sprengen würde. Aber aus protokollarischen Gründen durfte er so kurzfristig keinen neuen Ort suchen. Für den Nachholtermin ist jetzt aber eine Dreifachturnhalle reserviert.

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