Ombudsstelle BS: Wegen Namensvetterin unschuldig in Handschellen abgeführt
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Ombudsstelle BSWegen Namensvetterin unschuldig in Handschellen abgeführt

Eine Frau bekommt Probleme mit der Polizei. Der Grund: Sie habe eine unbezahlte Busse offen. Weil sie sich wehrt und kein Deutsch kann, wird sie von den Beamten abgeführt. 

von
Jeanne Dutoit
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Wegen einer Verwechslung wurde eine Frau von der Basler Polizei abgeführt. Der Vorfall landete auf dem Tisch der hiesigen Ombudsstelle.

Wegen einer Verwechslung wurde eine Frau von der Basler Polizei abgeführt. Der Vorfall landete auf dem Tisch der hiesigen Ombudsstelle.

20min/Steve Last
In einem Bericht veröffentlicht die Basler Ombudsstelle Fälle aus dem 2021, die teils an Kuriosität nicht zu überbieten sind.

In einem Bericht veröffentlicht die Basler Ombudsstelle Fälle aus dem 2021, die teils an Kuriosität nicht zu überbieten sind.

20 Minuten
Die Ombudsstelle könne durch ihre Beharrlichkeit Bürgerinnen und Bürger unterstützen, wenn ihnen Unrecht widerfahre, schreibt sie.

Die Ombudsstelle könne durch ihre Beharrlichkeit Bürgerinnen und Bürger unterstützen, wenn ihnen Unrecht widerfahre, schreibt sie.

20 Minuten

Darum gehts

  • Weil eine Frau eine Busse nicht bezahlt haben soll, wird sie nach einer Personenkontrolle von der Basler Polizei abgeführt.

  • Sie wehrt sich jedoch gegen den Vorwurf: Sie habe nie eine Busse erhalten, habe nicht mal einen Führerausweis.

  • Der Fall landet auf dem Tisch der Basler Ombudsstelle. Es stellt sich heraus, dass es sich um eine Verwechslung handelte.

Bei einer Personenkontrolle beim Basler Messeplatz warf die Polizei Maria Garcia* vor, dass sie noch eine offene Rechnung habe. Eine Busse aus dem Jahr 2018 sei bisher nicht beglichen worden. Die Frenkendorferin, die fast kein Deutsch spricht, wehrte sich gegen die Behauptung der Beamtinnen und Beamten. Sie habe sich nichts zu Schulden kommen lasse. Die Geschichte von Garcia kann im Bericht der Ombudsstelle Basel-Stadt gelesen werden, in dem besondere Fällen und Episoden aus dem 2021 publiziert wurden.

Garcia bestand darauf, ihren Sohn anzurufen, um ihm die Kommunikation mit der Polizei zu überlassen. Die Polizistinnen und Polizisten nahmen ihr jedoch das Handy ab und führten sie in Handschellen auf den Posten ab. Ihr Sohn intervenierte und forderte eine Entschuldigung für das unangebrachte Auftreten der Polizei.

Die offene Busse landete auf dem Tisch der Ombudsstelle. Auf der einen Seite Garcia, die nie einen Führerausweis gemacht hatte und ihre Schuld bestritt. Auf der anderen die Polizei, die den Namen Garcias und deren Geburtsdatum im System hatten, weil sie in der 30-er Zone mit deutschem Kennzeichen geblitzt worden war.

Drei Frauen mit gleichem Namen, Geburtsort und -datum

Der Sohn von Garcia kann das Missverständnis schliesslich klären. Seine Mutter stamme aus einem kleinen spanischen Dorf, in dem drei Viertel der Bewohner Garcia heissen würden. Vor 63 Jahren seien am selben Tag drei Mädchen geboren worden, die alle auf den gleichen Namen getauft worden seien. Seine Mutter sei nach Frenkendorf BL ausgewandert, eine nach Deutschland und die Dritte nach Italien. Dank dieses Wissens  konnte die «filmreife Verwechslung» geklärt werden.

Die Ombudsstelle könne durch ihre Beharrlichkeit Bürgerinnen und Bürger unterstützen, wenn ihnen Unrecht widerfahre. So kann dazu beigetragen werden, dass Fehler korrigiert und Konflikte geklärt werden, verweist die Behörde in ihrem Bericht.  Im Jahr 2021 bearbeitete sie 455 Fälle, das sind leicht mehr als noch im Vorjahr. Lust auf mehr kuriose Fälle, die an die Ombudsstelle gebracht wurden? Klicke dich durch die Bilderstrecke.

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* Namen geändert

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